Ein Damm soll die orangen Schläuche ersetzen

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Sa, 20. April 2019

Bad Säckingen

Mobiles Dammbalkensystem soll Schweizer Wallbach schützen.

WALLBACH/SCHWEIZ (goh). Ein mobiles Dammbalkensystem soll Hochwasser im Schweizer Wallbach künftig verhindern. Auch die Aufwertung der Uferpromenade ist geplant. Dem Hochwasser in Wallbach wollen Bund, Kanton Aargau und Gemeinde mit dem Bau einer neuen Schutzmauer und einem mobilen Dammbalkensystem begegnen. Das gaben die Beteiligten jüngst bekannt. Im gleichen Zuge sollen das Rheinufer renaturiert und die Promenade aufgewertet werden. Auch die Sanierung der Rheinstraße wurde vorgestellt.

Gemeindeammann Paul Herzog zeigte sich überzeugt, dass der Ort durch die Umsetzung des Projekts eine schönere Uferpromenade bekomme. Markus Zumsteg von der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) moderierte die Veranstaltung. Er führte Bremgarten an der Reuss als Beispiel für die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen an. Die Notwendigkeit verdeutlichte Feuerwehrkommandant Daniel Grüter anhand der Häufigkeit der Notfalleinsätze der Feuerwehr Unteres Fischingertal in den vergangenen Jahren.

Neue Ufermauer
Schon 2007 hatte der Gemeinderat die Feuerwehrkommission deshalb beauftragt, ein Hochwasserschutzkonzept zu erstellen. Seitdem ist viel passiert: Kostenschätzungen für Stützmauern wurden gemacht, Gestaltungskonzepte beauftragt, hydrologische Untersuchungen durchgeführt. 2016 übernahm das BVU die Projektleitung. Ingenieurgeologe Matthias Meyer stellte die Ergebnisse der hydrogeologischen Untersuchung vor und Bastian Schmid vom BVU führte die baulichen und mobilen Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Rheinstraße aus.

Auf einer Länge von 800 Metern soll eine Stahlbetonstützmauer als neue Ufermauer errichtet werden. Die Höhe der Mauer variiert von fünf bis 65 Zentimetern, teilweise ist ein Geländer vorgesehen. Schutzziel sei das 100-Jahr-Hochwasserereignis. Kernstück ist ein mobiles Dammbalkensystem: Bei drohendem Hochwasser werden Pfosten im Boden verschraubt, in die lange Aluminium-Elemente mit Gummi-Abdichtung eingeschoben werden, führte Schmid aus. Anstelle der heutigen Betonplatten sollen außerdem formwilde Steine Lebensraum für Pflanzen und Insekten bieten.

Zwischen Mauer und Steinen wird ein Grünstreifen eingerichtet, am Ufer teilweise Weidenbündel angelegt und im Wasser Dämme aus Steinblöcken verankert. Landschaftsarchitekt Angelo Hug berichtete außerdem von Rasenrampen und Steinstufen, einer neuen Platzsituation am Pumphaus sowie einer Promenade beim Pontonierdepot.

Rheinstraße wird breiter
Bauingenieur Beat Mooser führte Maßnahmen zur Sanierung der Rheinstraße aus. Die Straße hat heute eine Breite von 4,8 Metern und soll auf sechs Meter ausgebaut werden, wobei 1,5 Meter optisch als Fußweg abgesetzt werden. Die Straße werde breiter, aber wirke schmaler, erklärte Mooser. Die Kosten für den Hochwasserschutz und die ökologische Aufwertung liegen bei rund zehn Millionen Franken, wovon 3,1 Millionen Franken auf die Gemeinde entfallen. Die Kosten für die Straßensanierung sind nicht beinhaltet. Auf der Gemeindeversammlung im Juni soll der Verpflichtungskredit der Gemeinde behandelt werden. Bei erfolgreichem Verlauf des weiteren Genehmigungsverfahrens ist mit Baubeginn 2021 zu rechnen.