"Ein Glücksfall für Zell"

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Di, 24. November 2020

Zell im Wiesental

Der Ahorn, den die Stadt der Baugenossenschaft zum 100-jährigen Bestehen geschenkt hat, wurde nun in der Liebeckstraße gepflanzt.

"So lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen", bat Hoimar von Ditfurth 1985 im gleichnamigen Buch und mahnte Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur an. Mit dem deutlichen Hinweis "Es ist soweit" verwies er auf die Folgen des Klimawandels und leitete so schon vor Jahren ein Umdenken großer Teile der Bevölkerung ein. Nun: Ein "Apfelbäumchen" ist es zwar nicht geworden, das die Stadt der Baugenossenschaft (BG) zum 100. Geburtstag vor einem Jahr als Geschenk in Aussicht stellte. Dafür ziert inzwischen ein stattlicher Ahorn im Wert von rund 500 Euro die Außenanlage des neuesten Genossenschaftsgebäudes in der Liebeckstraße.

Thomas Kaiser hatte das Jubiläumsgeschenk der Stadt beim Festakt am 12. Oktober 2019 stellvertretend für den damals verhinderten Bürgermeister Peter Palme versprochen. Und Palme löste das Versprechen am Freitag ohne großes "Getöse" ein. "Seit 100 Jahren ein Glücksfall für Zell", habe Thomas Kaiser in seiner Laudatio auf die BG betont. Und daran, so Palme, habe sich nichts geändert. Kaisers Hoffnung auf "ein würdiges Plätzchen" habe sich erfüllt. Der Ahorn ist einer von insgesamt drei Bäumen, die vor und neben den neuen Häusern, einem, so der Bürgermeister, "ganz, ganz tollen Platz", gepflanzt wurden. Er sei sich zwar nicht sicher, welcher Baum tatsächlich von der Stadt spendiert wurde, aber er gehe davon aus, dass es "auf alle Fälle der ist, der zuletzt abstirbt", meinte er augenzwinkernd. Er fand es sehr positiv, wie sich die Liebeck dank des Zutuns der Baugenossenschaft verändert habe. Er nehme es dankend zur Kenntnis, dass die BG die Chance genutzt habe, "Schritt für Schritt etwas aus dem Bestand zu machen", lobte Palme. Er übergebe das Geschenk in der Hoffnung, dass es wie die Stadt "gut wächst und gedeiht und nicht dem Waldsterben zum Opfer fällt."

BG-Geschäftsführer Peter Wassmer dankte für das "sehr sinnvolle und nachhaltig wirkende Geschenk" und versprach, es wie die anderen Pflanzen auch zu hegen und zu pflegen. Und er kündigte an, dass sich nach dem baldigen Abriss eines jetzt leer stehenden Wohnhauses Liebeckstraße 13/15 im nächsten Jahr im dritten Bauabschnitt ein weiteres mit zwölf Wohneinheiten mit 935 statt 660 Quadratmetern im Altbau gesellen wird. Die Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen werden 50 bis 105 Quadratmeter Wohnfläche haben und voraussichtlich im Herbst 2022 bezugsfertig sein.