Ein Motorgleitschirm darf starten und landen

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Do, 17. September 2020

Dachsberg

Der Gemeinderat von Dachsberg erteilt eine Ausnahmeerlaubnis / Kommune lobt einen Ehrenamtspreis für Einzelpersonen und Vereine aus.

. Die Gemeinde Dachsberg hat die Einführung eines Ehrenamtspreises angeregt, der Gemeinderat beschloss diese Einführung in seiner jüngsten Sitzung. Das Gemeindeleben Dachsbergs, so Bürgermeister Stephan Bücheler, sei wesentlich geprägt durch ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Vereinigungen, Kirchen und im privaten Bereich. Diejenigen, die sich ehrenamtlich engagierten, verdienten Anerkennung, erklärte Bücheler weiter. Daher sollen zukünftig jährlich bis zu drei Personen oder Vereinigungen für ihr Engagement ausgezeichnet werden.

Die Preisträger müssen aus der Bürgerschaft heraus jeweils bis Ende Oktober vorgeschlagen worden sein, die Auswahl erfolgt dann durch den Gemeinderat. Die Preisverleihung soll im Rahmen des Neujahrsempfangs stattfinden, und zwar erstmals bereits beim Neujahrsempfang 2021. Kriterien für die Nominierung sind die Intensität des Ehrenamtes und die Wirkung in der Gemeinde. Als Zielgruppe der zu ehrenden Personen eigens genannt werden junge Erwachsene, die sich über mindestens fünf Jahre hinweg ehrenamtlich eingebracht haben, ferner Personen mit langjähriger Vorstandstätigkeit in einem Verein oder außergewöhnlicher Einsatzbereitschaft bei Einzelprojekten. Ferner können auch Personen für ihr Gesamtlebenswerk geehrt werden, und den Preis können auch Vereine, Bürgergruppen und Institutionen erhalten. Die Auszeichnung für Personen besteht aus einer Anerkennungsurkunde und einem persönlichen Geschenk, Vereine erhalten anstelle des Geschenks einen finanziellen Beitrag für einen kameradschaftlichen Anlass.

Mit zwei Gegenstimmen beschloss der Dachsberger Rat die Erteilung einer Ausnahmeerlaubnis für Außenstarts und -landungen eines Motorgleitschirms auf zwei in Richtung Happingen gelegenen Grundstücken in Wolpadingen. Die Genehmigung wird für eine namentlich genannte Person erteilt, für ein Fahrzeug und maximal 50 Flugbewegungen pro Jahr. Die Räte schlugen eine für zwei Jahre geltende Genehmigung vor, wobei eine Verlängerung an die erneute Anhörung der Gemeinde gekoppelt werden soll. Bedenken wurden aus den Reihen der Räte eingebracht bezüglich möglicher Ablenkung und damit Gefährdung von Autofahrern im Bereich der Starts und Landungen sowie bezüglich möglicher Folgeanträge weiterer Motorgleitschirmpiloten.

Genehmigt, aber mit einer deutlichen Rüge bezüglich der Vorgehensweise versehen, wurden zwei nachträglich eingereichte Bauanträge in Schwand und Schmalenberg, die bereits vor Antragstellung umgesetzt wurden. Diese Vorgehensweise, so der Gemeinderat, dürfe unter keinen Umständen Schule machen. Begrüßt hat der Rat hingegen ausdrücklich den Plan der Eigentümer des Klosterweiherhofs, vier Camping Pods als zusätzliche Übernachtungsplätze aufzustellen. Der geplante Stellplatz befindet sich zwar im FFH- und Vogelschutzgebiet, wurde aber bisher bereits als Kinderspielplatz genutzt, so dass keine Verschlechterung der Bedingungen zu erwarten ist. Die Pods oder auch Hobbithäuschen in Holzbauweise sollen jeweils zwei bis vier Schlafplätze beinhalten und lediglich mit Strom versorgt werden. Die Nutzung der sanitären Anlagen erfolgt dagegen über das Haupthaus. Als Erweiterung des ohnehin spärlichen gastronomischen Angebots der Gemeinde sieht der Rat in diesem Plan einen wünschenswerten Lückenschluss, zumal die Auslastung der neuen Treckingcamps in der näheren Umgebung deutlich zeige, dass hier weiterer Bedarf besteht.