Zisch-Schreibwettbewerbgewinnerin Herbst 2020

Der Traumwettbewerb

Do, 03. Dezember 2020 um 17:12 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Anna Engel, Klasse 4b, Grundschule Oberrimsingen

"Drrrrrrrrrr", macht der Wecker und reißt Finn aus dem Schlaf. Seine Mutter kommt ins Zimmer und lacht: "Du hast vergessen, den Wecker auszuschalten." Finn antwortet verschlafen: "Guten Morgen Mama. Weißt du was? Ich hatte grade einen ganz tollen Traum. Hör mal:

Ich hatte einen Pinguin namens Tim als Freund. Der Pinguin konnte sogar sprechen. Ich besuchte ihn regelmäßig im Zoo. Als ich ihn dieses Mal besuchte, war ich ganz aufgeregt, denn ich hatte einen Bericht über einen Tüftelwettbewerb gelesen. Ich erzählte Tim davon. Wir wollten unbedingt mitmachen. Tim und ich bastelten nämlich super gerne.

Wir überlegten und überlegten. Nach einiger Zeit hatten wir zwei tolle Ideen. Tim wollte ein Flugtaxi bauen und ich eine coole Schrumpfmaschine. Aufgeregt sagte ich zu Tim: ,Ich muss sofort nach Hause und anfangen zu bauen.’ ,Ich fange auch gleich an!’, antwortete Tim. Als ich zu Hause war, legte ich sofort los. Die Schrumpfmaschine wurde toll, doch als ich sie ausprobierte, funktionierte sie nicht. Es verging eine ganze Woche, doch dann ging sie tatsächlich. Ich konnte Dinge schrumpfen lassen und später wieder groß machen!

Als ich Tim das nächste Mal im Zoo besuchte, um ihm meine Maschine vorzuführen, war auch er schon sehr weit mit seinem Flugtaxi. Tim schlug vor, mich damit zum Wettbewerb zu fliegen. Die Idee fand ich gut.

Eine Woche später war es soweit. Tim holte mich mit seinem Flugtaxi ab. Ich stieg mit meiner Schrumpfmaschine ein und wir hoben ab. Nach ein paar Minuten begegneten wir einem Schwarm Enten. Sie forderten uns zu einem Wettfliegen auf. Klar machten wir mit!

,Auf die Plätze, fertig, los…’, schnatterte eine Ente. Wir gaben Vollgas. Einige Zeit lagen wir in Führung. Doch dann tauchte eine dicke Wolke vor uns auf. Wir sahen nichts mehr und stürzten ab. ,Hiiilfeeee!!!!’, schrie ich und landete unsanft auf dem Boden.

Etwas benommen schaute ich mich um. Wir waren auf die Terrasse eines Restaurants gestürzt. Ich versuchte verzweifelt, Tim zu entdecken. Plötzlich hörte ich einen wütenden Schrei. Da sah ich Tim. Er war im Spaghettiteller eines Gastes gelandet und der Kellner rannte erbost auf ihn zu. Er wollte ihn gerade schnappen, doch ich griff blitzschnell nach meiner Schrumpfmaschine und schrumpfte Tim.

Es funktionierte! Tim wurde winzig und versteckte sich unter dem Tisch. Der Kellner war völlig verwirrt. Tim nutzte die Gelegenheit und rannte zu mir. Ich nahm ihn hoch und rannte, so schnell ich konnte, davon, bis mir die Puste ausging. Ich schaute zurück, aber der Kellner verfolgte uns nicht. Da machte ich Tim wieder groß und wir fielen uns erleichtert in den Arm.

,Jetzt aber los!’, rief Tim. ,Sonst kommen wir noch zu spät zum Wettbewerb! Wenigstens du sollst antreten, wo schon mein Flugtaxi kaputt ist’, sagte er traurig. Ich rief sofort: ,Wir treten einfach gemeinsam mit der Schrumpfmaschine an!’ Da strahlte Tim und wir rannten los.

Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig dort an. Die Jury war total begeistert von unserer Schrumpfmaschine und wir gewannen den ersten Preis. Wir waren so stolz! Wir umarmten uns und tanzten vor Glück. Am nächsten Tag stand sogar ein Bericht über uns in der Badischen Zeitung. Die Schlagzeile lautete: Junge und Pinguin erfinden Schrumpfmaschine. Ich rannte sofort in den Zoo, um Tim davon zu erzählen. Er rief: ,Das ist ja super!’"

"Das ist ja wirklich super!", unterbricht mich meine Mutter schmunzelnd. "Aber jetzt raus aus den Federn. Es gibt Frühstück!"