Eine Botschaft per Video an die Bürger

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Mo, 18. Januar 2021

Gottenheim

Gottenheims Bürgermeister wendet sich als Ersatz für den Neujahrsempfang online an die Bürger.

. Wasser im neuen Kindergarten, ein Gemeindeentwicklungskonzept (GEK), die Umgestaltung der Ortsmitte beim Bahnhof, Probleme mit der S-Bahn oder ein ungeeigneter Radweg nach Umkirch – es gäbe reichlich Themen für intensive Gespräche beim Neujahrsempfang. Da dies aber nicht möglich ist, wendet sich Bürgermeister Christian Riesterer per Video an die Bürger.

"Klar war, dass der Neujahrsempfang aufgrund der Pandemie ausfallen wird. Mir war es aber sehr wichtig, dass ich mich trotz allem mit einer Neujahrsansprache an unsere Mitbürger wende", erläutert Riesterer den Grund für den auf der Homepage und im eigens eingerichteten You-Tube-Kanal veröffentlichen Film. Das wäre zwar auch nur in Schriftform per Amtsblatt gegangen, doch "das gesprochene Wort ist einfach nochmal persönlicher". Themen gab und gebe es viele in Gottenheim, über die das Gemeindeoberhaupt gerne mit den Einwohnern bei einem Gläschen Wein diskutiert hätte.

Vieles wurde in den zurückliegenden Jahren auf den Weg gebracht und entwickelt. Anderes wurde angestoßen und steht auf der Agenda für die kommenden Jahre. Und dann gibt es noch Baustellen wie die unpünktliche und lärmende S-Bahn oder den Weiterbau der B 31 West, wo die Gemeinde nur begrenzt selber aktiv werden kann. Doch Riesterer betont in der aktuellen Corona-Krise: "Mit liegt besonders die Botschaft am Herzen, dass es auch ein Danach gibt. Wir müssen alle gemeinsam über das Danach nachdenken und es aktiv planen. Wir müssen unsere Dorfkultur wieder aktivieren, ich möchte unbedingt vermeiden, dass diese Pandemie Spätfolgen für unser sehr aktives Dorfleben und unsere Kultur hat".

Auch hier vermisst der Bürgermeister den Kontakt beim Neujahrsempfang, aber auch die Treffen im Dorf. Er kann sich aber auch vorstellen, künftig parallel zum Neujahrsempfang und bei anderen Gelegenheiten eine Videobotschaft ins Netz zu stellen. "Ich denke, dass dies nicht meine letzte Videobotschaft war. Das Format eignet sich sehr gut. Sicherlich wird künftig die digitale Form der Kommunikation eine wichtigere Rolle spielen".

Ein Beispiel hierfür ist laut Riesterer der "sehr erfolgreiche digitale Start" des Beteiligungsprozesses zum neuen GEK. Hier kann unter zukunft-gottenheim.de online über Themen, die den Gottenheimern am Herzen liegt, diskutiert werden. Der Bürgermeister hofft weiterhin auf viel bürgerschaftliches Engagement. Auch wenn er klarstellt: "Im neuen Jahr 2021 müssen wir auch auf Sicht fahren. Unser Gemeindehaushalt weist trotz aller Zurückhaltung und Sparsamkeit ein Defizit aus. Wir werden aber trotzdem rund 4,7 Millionen Euro in unsere Infrastruktur und unsere Entwicklung investieren".

Der Aufwand für sein Video im Internet habe sich in Grenzen gehalten, sagt Riesterer, der sich schon über erste positive Rückmeldungen freut. "Ich habe das Video selbst gedreht, es gab zwei Versionen, von denen ich mich für die jetzt veröffentlichte entschieden habe. Kein Drehbuch, keine Maske, einfach Handyvideo an und los. Alles live und ohne Schnitt. Das Video sollte authentisch sein. Beim Neujahrsempfang ist meine Rede ja auch live und kann nicht geschnitten werden".