Mobilfunk 5G

Eine einzige geprüfte Studie müsste Grund genug sein, Mobilfunk nicht für unbedenklich zu halten

Hans-Peter Fischbach

Von Hans-Peter Fischbach (Merzhausen)

Mi, 04. Dezember 2019

Leserbriefe Freiburg

Zur Debatte um den neuen Mobilfunkstandard 5 G sowie die Berichterstattung und Kommentierung des Themas (BZ vom 15. November).

Herrn Görlichs Kommentar zur Einwohnerversammlung zum Thema 5 G enthält diffamierende, grob verzerrende und falsche Darstellungen und ist damit alles andere als ein seriöser Kommentar.

Zwei Beispiele zum Beleg:
1. "Wissenschaft (auf Seiten der Mobilfunkbefürworter) trat gegen Emotion (auf Seiten der Mobilfunkkritiker) an." Und: "... gaben die Mobilfunkgegner altbekannte Taschenspielertricks zum Besten." Wolf Bergmann und Jörg Gutbier als Sprecher für das Aktionsbündnis Freiburg 5 G-frei führten mehrere wissenschaftliche Studien an, zitierten teilweise daraus und gaben an, wo diese Studien zu finden sind. Damit gaben sie jedem Zuhörer die Möglichkeit, diese Studien zu finden, nachzulesen und sich ein eigenes Bild zu machen. "Emotion" und "Taschenspielertricks"?

2. "Wie die Vertreterin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS, Gunde Ziegelberger) im Prinzip zeigt: Je wissenschaftlicher eine Studie ist, als desto ungefährlicher bewertet sie Mobilfunk." Das ist schlicht und einfach falsch und grob irreführend. Ziegelberger stellte dar, dass von etwa 220 Studien, die eine bestimmte Art von Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk nachweisen, "nur" etwa zehn Prozent der betrachteten Studien die von ihr genannten Qualitätskriterien erfüllen. Das ist eine ganz andere Aussage als behauptet.

Und warum "nur"? Laut BfS erfüllen also etwa 20 der angeführten Studien die geforderten Qualitätskriterien, etwa 20 Studien, die die Schädlichkeit von Mobilfunk belegen. Gleichzeitig erklärt das BfS, dass Mobilfunk im Rahmen der Grenzwerte unbedenklich wäre. Eine einzige geprüfte, gute Studie müsste für ein der Gesundheitsvorsorge verpflichtetes Amt Grund genug sein, Mobilfunk nicht für unbedenklich zu halten! Es sei angemerkt, dass Jörg Gutbier weit mehr als die von Gunde Ziegelberger betrachteten Studien anführte.

Leider gab es Buhrufe. In diesem Punkt stimme ich Herrn Görlich zu. Der laute und anhaltende Applaus, den OB Martin Horn bekam, als er am Ende der Veranstaltung diese Buhrufe anprangerte, zeigte allerdings sehr deutlich: Das waren Entgleisungen Einzelner. Die sehr große Mehrheit der Mobilfunkkritiker distanzierte sich deutlich davon.

Hans-Peter Fischbach, Merzhausen