Eine großartige Ensemble-Leistung

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Di, 19. Juli 2022

Bad Krozingen

Die Theater-AG des Kreisgymnasiums Bad Krozingen spielte das Philosophie-Stück "Sofies Welt".

. Rappelvoll war die Aula des Kreis-Gymnasiums Bad Krozingen bei der Aufführung von "Sofies Welt". Unter der Regie von Sandra Revol präsentierte die Theater-AG eine fulminante Inszenierung der Bühnenfassung, die Karlheinz Komm nach dem berühmten Jugendroman des norwegischen Autors Jostein Gaarder verfasst hat. Das Publikum war sowohl am Premierenabend als auch bei der Zweitaufführung begeistert von den hervorragenden Leistungen, die die jungen Akteure zeigten.

In der komplex aufgebauten Handlung geht es um eine "Geschichte der Philosophie" für Kinder und Jugendliche. Im Mittelpunkt stehen die Fragen "Wer bin ich?" und "Woher kommt die Welt?". Mit diesen Themen soll sich die Hauptperson Sofie im Rahmen eines Philosophiekurses auseinandersetzen, den die geheimnisvolle Lehrerin Alberta Knox leitet.

In rasch aufeinander folgenden Szenen werden wichtige Episoden aus Mythologie und Geschichte gezeigt, die Sofie teilweise wie im Traum erlebt, zur Freude des Publikums aber mit erfrischendem Humor gewürzt sind. Zauberer und Puppenspieler bereiten die Szenerie vor. Götter aus der nordischen Sagenwelt wie der Hammer schwingende Thor und der abgefeimte Loki demonstrieren die Überlistung des dummen Trolls, der ausgerechnet die schöne Göttin Freya zur Braut begehrt. Sokrates und Aristoteles definieren ihre philosophischen Grundsätze, und anhand eines Lego-Baukastens wird der Aufbau der Welt erklärt. Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Aladin und Nils Holgersen tragen ihren Teil zur Handlung bei, die schließlich in einer Aufspaltung zwischen realer und fiktiver Welt gipfelt.

Es stellt sich nämlich heraus, dass Sofie und alle Personen um sie herum lediglich Figuren in einem Roman sind, geschrieben von einer Autorin als Geschenk zum zwölften Geburtstag ihrer Tochter Hilde. Der Versuch der Romanfiguren, in die reale Welt zu flüchten, scheitert kläglich, weil die wirklichen Menschen sie gar nicht wahrnehmen. Und doch bleibt ein Hoffnungsfunke. Sofie findet einen Draht zu ihrem realen Alter Ego Hilde.

Der Rest ist ein "Open End". Begleitet von norwegischer Musik wie den "Norwegian Dances" und Passagen aus dem Piano-Konzert op. 16 von Edvard Grieg ging "Sofies Welt" temporeich über die Bühne der Aula, wobei das Darstellerteam auch den Zuschauerraum fantasievoll nutzte. Mit bewundernswertem schauspielerischem Können präsentierten die jungen Akteure diese außergewöhnliche Schule der Philosophie, und man spürte von Anfang bis Ende, dass alle mit viel Engagement, Begeisterung und mit dem Herzen bei der Sache waren.

Die minimalistische Kulisse unterstrich die Bedeutung des lehrreichen Inhalts. Den jungen Darstellerinnen und Darstellern gelang eine sowohl amüsante als auch nachdenkenswerte Show. Köstlich zum Beispiel die Szene, in der Thor (Pia Heckle) als Freya verkleidet die Braut spielte, mit Luftballons als Busen und einem grimmigen Lächeln im Gesicht. Sokrates (Isabelle Grethler) und Aristoteles (Klara Litterst) brachten ihre Thesen mit so viel Witz dar, dass man unwillkürlich schmunzeln musste. Sofies Vater (Bryan Schmidt) sorgte immer wieder für Lacher mit seinem hausmännischen Gehabe. Die schon allein vom Text her anspruchsvolle Rolle der Sofie war doppelt besetzt, am Donnerstagabend mit Leni Storz, am Freitag mit Clara Dietrich. Viel Text zu lernen hatte auch Lioba Vieira für die Rolle der Alberta Knox.

Das ganze Ensemble machte seine Sache unter der Gesamtleitung von Sandra Revol großartig, es gab entsprechend tosenden Applaus, in den auch das Team für Licht und Ton (Niklas Müller, Dustin Siffringer, Aykut Sönmez) einbezogen war.

In weiteren Rollen: Mathilda Collado-Müller, Lilli Gaa, Juliana Groksch, Alexa Merchel, Aaron Schneider, Christoph Schreiber, Edwina Sereni und Luna Völzke