Eine hohe Präzision des Zusammenklangs

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Mi, 25. Mai 2022

Dachsberg

Juniata College Concert Choir aus Huntington im US-amerikanischen Pennsylvania tritt in mehreren Gemeinden der Region auf.

. Nicht nur eine abwechslungsreiche Tournee absolviert der Juniata College Concert Choir aus Huntington im US-amerikanischen Pennsylvania derzeit, auch das Repertoire, das dieser Chor dabei vorstellt, ist ausgesprochen abwechslungsreich. Das bewies der Chor aktuell in der näheren Umgebung, indem er am Sonntag die Messe im Dom musikalisch begleitete, im weiteren Tagesverlauf dann zusammen mit dem Musikverein Menzenschwand auftrat, am Montagvormittag zunächst mit den Oberstufenschülern der Freien Waldorfschule in Urberg zwei Stücke einstudierte und danach für die gesamte Schülerschaft ein einstündiges Konzert gab. Auch in Höchenschwand war der Chor zu Gast.

Der Chor aus Nordamerika, bestehend aus musikbegeisterten Studenten aller möglichen Fachrichtungen, zeichnet sich durch eine hohe Präzision des Zusammenklangs aus bei ausgezeichneter Textverständlichkeit und einem samtweichen Klang. Sein mehrsprachiges, mehrere Jahrhunderte umfassendes Repertoire setzt er stilsicher und mit großer Begeisterung um.

Im Schülerkonzert in Urberg gab der Chorleiter zu den einzelnen Stücken noch kurze Erläuterungen, beispielsweise zu den beiden 500 Jahre alten Kompositionen, mit denen das Konzert begann, und von denen eine strikt homophon, also quasi im Gleichschritt, die andere polyphon aufgebaut ist, bei der die Stimmen also unabhängig voneinander ihre jeweils eigene Linie verfolgen.

Ein 400 Jahre später komponiertes "Laudate Dominum" sang der Chor als Beispiel für eine relativ kompakte Stimmführung, und im folgenden englischsprachigen Stück reizte der Chor genüsslich die avancierten Harmonien aus, um aus ihnen einen erstaunlich weichen Klangteppich zu weben. In einem nigerianischen Song, begonnen von den Frauenstimmen, zu denen sich die Männer im weiteren Verlauf mit einem das Fundament bildenden Orgelpunkt hinzugesellten, klatschten und stampften einige Chormitglieder den Rhythmus, und bei einem feierlich zelebrierten, bedächtigen Stück mit sanft über den übrigen Stimmen schwebendem Sopransolo wirkte zudem eine Streichergruppe mit.

Die beiden zuvor mit der Oberstufe einstudierten Lieder waren natürlich auch im Programm integriert, ein sehr rhythmisch prononciertes "When the Sun Says Good Night" mit Streicherpizzicato imitierenden Stimmen, einem Altsolo und neckischen "Rain"-Einwürfen der Männer, sowie ein Stück, das, ausgehend wiederum von einem Altsolo, die Stimmen nach und nach aufeinander aufbaut und vom Höhepunkt aus im Bogen wieder zum Alt zurückführt.

Ein ausgesprochen rhythmischer Tiger-Song, ein flinkes Lied über die Biene, ein wahrer Zungenbrecher mit nahezu orchestralem Charakter sowie zwei amerikanische Traditionals rundeten das Konzert ab. Als Dank gab es stürmischem Beifall des Publikums.

Ein weiteres öffentliches Konzert des Juniata College Concert Choir wird es am Donnerstag, 26. Mai, um 17 Uhr im Saal der Freien Waldorfschule in Dachsberg-Urberg geben. Der Eintritt ist frei, die eingenommenen Spenden sollen dem Schulneubau auf dem Gelände des Goldenhofes zugutekommen sollen.