Gastronomie

Dieses Hotel in Rheinfelden wird erneuert – für 18 Millionen Franken

Valentin Zumsteg

Von Valentin Zumsteg

Mi, 14. August 2019 um 12:00 Uhr

Rheinfelden / Schweiz

Gebaut wird am "Schützen" eigentlich schon immer. Mittlerweile gibt es sogar ein Buch darüber. Und auch aktuell werden das Hotel und die Klinik darin für eine enorme Summe grundlegend saniert.

Es ist ein umfassendes Werk, das Chris Leemann präsentieren kann. In einem Buch mit über 220 Seiten hat der Vizepräsident des Verwaltungsrates der Schützen Rheinfelden Immobilien AG die Geschichte des Schützen dokumentiert. "Schützenhaus, Hotel Soolbad und Klinik im Hotel – die Bau-Stelle Schützen", heißt das Buch, das kürzlich an alle Aktionäre verteilt wurde. Darin ist unter anderem zu entnehmen, dass dort, wo sich heute das Hotel und die Klinik Schützen befinden, früher tatsächlich ein Schützenhaus mit Gaststube stand.

1891 ging es los

Aus diesen Anfängen, die gemäß Chris Leemann bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, haben sich über die Jahrhunderte das heutige Gebäude und der Betrieb entwickelt. Immer wieder wurde erweitert und ausgebaut. Zum Beispiel 1891/92: Damals wurde die "Dépendance Beausite" gebaut. Zwischen Hotelgebäude und Stadtmauer entstand ein Verbindungsbau mit den ersten Toiletten mit Wasserspülung in Rheinfelden. "Die Stadtmauer geht heute noch durch unsere Küche", erzählt Leemann.

Er hat bei seinen Recherchen zur Geschichte des Gebäudes auch Erstaunliches herausgefunden: "1957 entstand die Projektidee für den Bau eines Sole-Schwimmbades mit Verkehrsbüro, Gymnastik- und Therapieräumen im Hotelpark im Schützengraben. Das Projekt sollte mit den anderen Hotels umgesetzt werden, doch dagegen gab es Opposition. Später wurde eine ähnliche Idee mit dem Kurzentrum Rheinfelden an einem anderen Standort umgesetzt", schildert Leemann. Diese Episode sei sicher vielen nicht mehr bekannt.

"Die Eingriffstiefe in die historische Bausubstanz

ist erheblich." Chris Leemann, Autor

Die Geschichte des Schützens ist eine Baugeschichte – und sie geht in diesem Stil weiter. Denn die Schützen Rheinfelden Immobilien AG steht vor der größten Investition in ihrer Geschichte. Für rund 18 Millionen Franken soll das mehr als 200 Räume umfassende Gebäude saniert werden. "Hotel- und Klinikbauten bedürfen einer periodischen Erneuerung. Sie müssen auf Kundenwünsche und Trends reagieren. Die Häuser müssen immer wieder den neuen Bedürfnissen angepasst werden", betont Leemann. Das gesamte Gebäude wird derzeit leergeräumt. Zwei klinische Abteilungen sind bereits ins Hotel Schiff umgezogen, das ebenfalls zur Schützen-Gruppe gehört.

Buch als Fundament für die Planung

Die Dokumentation, die Leemann mit dem Buch geschaffen hat, diente bei der Planung der Sanierung quasi als Fundament, denn sie macht die Baugeschichte nachvollziehbar. "Früher war der Schützen ein Saisonbetrieb, der von November bis zirka April geschlossen blieb. Seit den 1960er-Jahren wird das Gebäude ganzjährig genutzt." Dank der Klinik liegt heute die Belegung fast permanent bei knapp 100 Prozent", so Leemann.

Der gesamte Gebäudekomplex verfügt über eine Nutzfläche von 5450 Quadratmetern. "Die Hotel- und Klinik-Zimmer sind klein und müssen den künftigen Anforderungen der Gäste eines Dreisterne-Hotels respektive einer Privatklinik genügen", sagt Leemann. Auch die Haustechnik wird auf den neusten Stand gebracht und das Gebäude an die Fernwärme angeschlossen. "Die Eingriffstiefe in die historische Bausubstanz ist erheblich", so Leemann. An der Fassade wird hingegen nichts geändert. Von außen werden die Veränderungen kaum wahrnehmbar sein. Auch im Inneren will man die Qualität des historischen Gebäudes erhalten und stärken. Bis im Januar 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Restaurant bleibt während der Bauzeit geöffnet.