1:1 gegen Spanien

"Einige sind richtig platt": Löw warnt vor Mammutprogramm der Nationalspieler

dpa

Von dpa

Fr, 04. September 2020 um 08:13 Uhr

Nationalelf

Ganz am Ende der Nachspielzeit kassiert die deutsche Elf den Ausgleich gegen Spanien. Das ärgert auch den Bundestrainer – doch andere Sorgen treiben Joachim Löw mehr um.

Die Enttäuschung über den Last-Second-Ausgleich der Spanier hatte Joachim Löw ziemlich schnell überwunden. Nach dem 1:1 im Corona-Geisterspiel der Ex-Weltmeister waren dem Bundestrainer andere Themen viel wichtiger als das ärgerliche Resultat. "Insgesamt muss ich sagen, dafür dass einige im Urlaub waren, einige neu dabei waren, die Mannschaft so noch nie gespielt hat, haben wir es gut gemacht", lobte Löw seine Fußball-Nationalspieler für den ersten Auftritt nach monatelanger Zwangspause zum Start der Nations League.

"Wir müssen aufpassen: Die Gesundheit der Spieler steht über allem." Joachim Löw
Sorgen bereitet Löw viel mehr der eng getaktete Spielkalender und die hohe Belastung bis zur EM im Sommer 2021. Für seine Dauer-Warnung sah er schon nach dem Saisonauftakt in Stuttgart alarmierende Indizien. "Wir müssen aufpassen: Die Gesundheit der Spieler steht über allem", sagte Löw und gestand: "Einige sind richtig platt."

Schon im nächsten Nations-League-Spiel am Sonntag in der Schweiz will Löw seine Startelf auf einigen Positionen umstellen, um die Belastungen zu verteilen. "Logischerweise werden wir ein paar frische Kräfte bringen in der Schweiz", kündigte der Bundestrainer für die zweite Partie der neuen Saison in Basel an. Gelegenheit, sein Team taktisch neu einzustellen, sieht Löw nicht. "Es war schon ein intensives Spiel. Die nächsten Tage können wir nicht so viel im Training machen. Wir werden regenerieren."

Unmut über Wechselregel

Großen Unmut äußerte Löw, dass der europäische Fußball-Verband UEFA nicht wie in anderen Wettbewerben wie der Champions League fünf statt drei Wechsel ermöglicht. "Gerade jetzt, gerade jetzt, hätte man es gebraucht, weil die Spieler jetzt das Mammutprogramm haben und es hätte Sinn gemacht, weil einige sind echt auf dem Zahnfleisch gelaufen", sagte Löw energisch.

"Es war eine Sache der Kraft und der Konzentration." Joachim Löw
Die Fitness seiner Spieler durch einen gnadenlosen Rhythmus ist das Thema für Löw. "Wenn da Probleme sind, leidet die Qualität im Fußball. Und das ist über viele Jahre hinweg so nicht zu verkraften. Deshalb bin ich extrem sensibel, wenn man weiß, was für ein Programm ansteht. Wenn man da nicht aufpasst, haben wir Probleme im April und Mai. Das versuche ich zu verhindern", sagte der 60-Jährige.

Die Spanier hatten in Stuttgart durch Luis José Gayà in der sechsten Minute der Nachspielzeit die Führung durch Timo Werner noch ausgeglichen. "Es war eine Sache der Kraft und der Konzentration", bemerkte Löw angesichts des Trainingszustands seiner Nationalspieler.