Eisenmann nimmt in Kauf, dass Infektionszahlen exponentiell steigen

Hans-Dieter Mallig

Von Hans-Dieter Mallig (Merzhausen)

Sa, 09. Januar 2021

Leserbriefe

Kultusministerin Eisenmann (CDU) wollte Ende Dezember unabhängig von Inzidenzzahlen Kitas, Grundschulen und die Klassen fünf bis sieben wieder in Präsenz öffnen, denn die Schulen stünden nicht im Mittelpunkt des Infektionstreibens.

Seit April 2020 gibt es immer wieder wissenschaftliche Untersuchungen, die zeigen, dass die Virenlast bei Kindern ähnlich hoch ist wie bei Erwachsenen. Nur haben die meisten (mehr als die Hälfte) der infizierten Kinder keine Symptome und werden dadurch nicht getestet und nicht als Virenträger erkannt. Sie bringen das Virus aber aus Kita oder Schule ins Elternhaus und infizieren Eltern oder Geschwister. Bei hohen Inzidenzen sind die Gesundheitsämter überfordert, die Ansteckungswege zu rekonstruieren. Es lässt sich nicht mehr ermitteln, wo sich der Einzelne angesteckt hat. Folglich wird geschlossen, dass sich das Virus diffus in der Bevölkerung verbreitet hat.

Nach dem Virologen Drosten kann Präsenzunterricht verantwortet werden, ohne die Infektionszahlen weiter zu steigern, wenn die Inzidenz niedrig ist (35) und entsprechend weitere Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Mundschutz, Lüften, Abstand eingehalten und durch regelmäßiges Testen die meisten Virusträger in Quarantäne geschickt werden können. Dies kann inzwischen auch mit Schnelltests geschehen, mit Stäbchen oder Gurgellösung.

Diese notwendigen Bedingungen ignoriert die Kultusministerin und nimmt damit leichtfertig und unverantwortlich in Kauf, dass die Infektionszahlen wieder exponentiell steigen werden. Diese Uninformiertheit der Ministerin ist erschreckend. Hans-Dieter Mallig, Merzhausen