BZ-Interview

Energieexpertin zu Fessenheim: "Zeitplan ist aus dem Ruder gelaufen"

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Mi, 10. Oktober 2018 um 07:18 Uhr

Elsass

BZ-Plus Energieexpertin und Atomkraft-Kritikerin Eva Stegen beschäftigt sich seit Jahren mit der europäischen Atompolitik. Sie glaubt, dass Fessenheim noch länger am Netz bleiben wird.

BZ: Frau Stegen, in der Debatte um Fessenheim hört man immer wieder, dass das Ende des umstrittenen Akw in unserer Nachbarschaft mit dem Bau eines neuen Reaktors in Flamanville am Ärmelkanal verquickt ist. Mitunter ist sogar von einem Gesetz die Rede, welches das Schicksal von Fessenheim an Flamanville knüpfen soll. Was steckt dahinter?
Stegen: Es gibt tatsächlich ein Gesetz – und zwar das französische Energiewende-Gesetz, verabschiedet im Sommer 2015. Darin wird unter anderem der Anteil der Atomenergie an der Gesamtstromproduktion gedeckelt auf 63,2 Gigawatt. Dieser Deckel hätte relevant werden sollen, wenn Flamanville im Plan gelegen hätte – dann wäre er überschritten worden. Und deshalb mussten Akw ausgesucht werden, die dafür stillgelegt werden: eben die zwei Blöcke von Fessenheim. EdF aber ist hingegangen und hat das Ganze genau umgedreht: EdF hat aus dieser Deckelung eine Bestandsgarantie für Fessenheim ableiten wollen – demnach dürfe Fessenheim erst vom Netz, wenn Flamanville angeschlossen ist. Und EdF hat es tatsächlich geschafft, dass Multiplikatoren – Politiker, die Presse – diese Umkehrung übernommen haben. Dabei ist das ein ...

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