Coronakrise

Freiburger Eltern müssen im April keine Kita-Gebühren zahlen

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 26. März 2020 um 08:01 Uhr

Freiburg

Auch die Stadt Freiburg folgt dem Vorschlag des Städte- und Gemeindetages: Eltern sollen für den Monat April keine Kita-Gebühren zahlen müssen. Träger sollen unterstützt werden.

Auch in Freiburg sollen die Eltern keine Kitagebühren und keine Gebühren für die Schulkindbetreuung zahlen müssen. Das hat Oberbürgermeister Martin Horn am Mittwoch mitgeteilt. Das Aussetzen der Kita-Gebühren soll danach unabhängig vom Träger gelten. Der Gesamtelternbeirat der Freiburger Kindergärten hat die Ankündigung begrüßt.

"In dieser Krisensituation brauchen wir auf die drängenden Fragen klare und einfache Antworten", sagte Horn am Dienstag. Deswegen habe man die Gebühren für Kitas und für die Schulkindbetreuung ausgesetzt. "Wir unterstützen alle Träger je nach Bedarf, auch mit einer vorzeitigen Quartalszahlung", so der Rathauschef. Die Träger, die Eltern und der Gemeinderat sind laut Bürgermeisterin Gerda Stuchlik über den Schritt informiert worden. "Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung nicht nur für die Stadt, sondern vor allem auch für die freien Träger, mit erheblichen finanziellen Auswirkungen verbunden ist. Wir sagen ihnen deshalb unsere volle Unterstützung zu."

Wer für die Gebührenausfälle aufkommt, ist noch unklar

Auf eine entsprechende Lösung hatte sich bereits am Dienstagnachmittag der Städte- und Gemeindetag mit den Kirchen verständigt. Der Beschluss soll auch in Freiburg umgesetzt werden. Wer die Gebühren am Ende übernehme, müsse nun geklärt werden. OB Horn hofft, dass man mit Bund und Land zu einer einheitlichen Regelung kommen werde.

Der Gesamtelternbeirat der Freiburger Kindergärten (Geb-K) sieht im Erlass der April-Gebühren einen notwendigen Schritt: "Viele Eltern haben jetzt Kurzarbeit, kämpfen mit wegbrechenden Einnahmen, deswegen ist es für viele auch essentiell wichtig, dass nun die Beiträge übernommen werden", sagte Geb-K-Vorsitzende Lena Duffner. Auch sie hält es für wichtig, dass sich Land und Bund an den Kosten beteiligen.

Wie überall im Land sind auch die Freiburger Kindertageseinrichtungen seit zehn Tagen geschlossen – mindestens bis zum 19. April, so steht es in der Anordnung des Landes. Aktuell gibt es lediglich eine Notfallbetreuung, die für Kinder von Eltern angeboten wird, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten.

Aktuell sind 261 Krippen- und Kindergartenkinder in einer solchen Notfallbetreuung untergebracht – verteilt auf 76 Kindertageseinrichtungen im ganzen Stadtgebiet. Damit hat nahezu jeder dritte Freiburger Kita eine Notgruppe geöffnet. Betreut werden laut Mitteilung des Rathauses 106 unter Dreijährige und 155 Kindergartenkinder über drei Jahre. Die Zahl der betreuten Kinder pro Einrichtung schwankt. In einem Fall ist ein Kind alleine mit den Erzieherinnen in der Kita, in einem anderen Fall wird die Einrichtung im Notbetrieb von zwölf Jungen und Mädchen besucht. Weitere 20 Kinder werden zudem durch insgesamt elf Tagespflegestellen betreut.

Notfallbetreuung findet auch in den Osterferien statt

Insgesamt hat die Stadtverwaltung 80 Anträge weiterer Eltern ablehnen müssen, weil nicht beide Elternteile in systemrelevanten Branchen arbeiten oder gar, wie manche Prüfung ergab, gar kein Elternteil. Gleichwohl sei das Verfahren noch immer nicht komplett abgeschlossen, so Stadtsprecherin Eva Amann.

Für die Kinder der betroffenen Eltern hat die Stadtverwaltung in den Kitas in freier und städtischer Trägerschaft sowie in den Schulen eine Notfallbetreuung während der Osterferien organisiert. Eltern, der Kita-Kinder müssen auch keinen neuen Antrag stellen.

Die Ferienbetreuung an den Schulen findet unter der Woche von 8 Uhr bis 16 oder 17 Uhr statt. Die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Kindes sind die gleichen wie bisher. Für Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und eine Betreuung in den Osterferien benötigen, steht auf freiburg.de ein neues Antragsformular bereit. Die Eltern haben dieses auch über die jeweilige Schulleitung erhalten. Der Antrag muss bis Montag, 30. März, im Briefkasten der Schule oder eingescannt bei der Mailadresse schulkindbetreuung@stadt.freiburg.de eingehen.

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