Der Schwarzwald als Ressourcenquelle

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Sa, 31. August 2019

Emmendingen

Journalisten aus ganz Deutschland machten bei einer Pressereise Station in Emmendingen und bauten ihr eigenes Vogelhaus.

EMMENDINGEN. Am Donnerstag besuchte eine Gruppe von Journalistinnen und Journalisten die Markgrafenstadt. Eingeladen von der Schwarzwald Tourismus GmbH und dem baden-württembergischen Tourismus Marketing befanden sie sich auf einer Pressereise unter dem Motto "Aus hartem Holz – Altes Handwerk und neues Design made im Schwarzwald". In Emmendingen besuchten sie, begleitet von Andrea Schlenk von der Tourist-Info, Jan Knopp und seine "Alt.Holz.Garage".

"Wir wollten den Schwarzwald diesmal bewusst nicht als Rückzugs- und Erholungsort zeigen, sondern als Ressourcenquelle, deren traditioneller Rohstoff Holz auf ganz unterschiedliche Art neu genutzt wird", umriss Gaby Baur von der Schwarzwald Tourismus GmbH das Konzept dieser Pressereise. Dafür habe sie die neuen, "flippigen" Ansätze der jungen Wilden ebenso in den Fokus gestellt, wie traditionelles Holzhandwerk. Die Nachfrage unter den Medienvertretern sei enorm gewesen, "ich hätte die Reise dreimal anbieten können", betonte Baur. Zwölf Teilnehmer aus Baden-Württemberg, aber auch aus dem Rhein-Gebiet, Hamburg und Berlin, kamen schließlich in den Genuss der dreitägigen Tour.

Die Emmendinger "Alt.Holz.Garage" war erst die zweite Station der Tour, wo Jan Knopp den Pressevertretern sein Altholz-Konzept erläuterte. Der gelernte Hotel-Fachmann hat vor drei Jahre sein "Hobby zum Beruf" gemacht, und sich im Zuge der Nachhaltigkeits- und Up-Cycling-Bewegung auf die Umwandlung von Altholz aus dem Abriss von Scheunen im Schwarzwald spezialisiert. Neben der Herstellung und dem Vertrieb von Wohnaccessoires und Dekorationselementen, sind Laden- und Sonderbau und die Vermietung von Mobiliar für Feste und Feiern die Säulen des Geschäftsmodells.

"Wir arbeiten vor allem mit zwei Hölzern. Der Eiche aus dem Gebälk, die aufgesägt wird, und der Fichte aus Boden-, Wand- und Dielenbrettern. Dabei nutzen wir das gesamte Material der alten Scheunen", betonte Knopp. Das Holz werde gereinigt und durch eine Hitzebehandlung von Schädlingen befreit. "Wir entziehen in der Trockenkammer bei 70 Grad dem Holz die Feuchtigkeit", erklärte er das Verfahren, "dann schmeckt das dem Holzwurm nicht mehr". Der Baustoff werde dann von ihm und seinem Schreiner in Dekomaterial wie Lampen, Schilder, Kleinmöbel, aber auch auf Platten montierte Wandverkleidungen für den Innenausbau weiterverarbeitet. Sonderwünsche und Ideen der Klienten würden nicht nur berücksichtigt, sondern wären ausdrücklich erwünscht. Der Frage aus dem Besucherkreis, ob er nicht Sorge habe, durch die Beschränkung auf Scheunenholz aus dem Schwarzwald langfristig Nachschubprobleme zu bekommen, konterte Knopp mit dem Verweis auf das schier unerschöpfliche Angebot aus der Region und Lagerbeständen.

Zur Freude der schreibenden Zunft stand dann gemeinsames Basteln auf dem Programm. "Ich möchte immer, dass die Gäste unserer Reisen nicht nur hören und sehen, sondern auch selbst aktiv werden können", erklärte Gaby Baur. Jeder durfte sich also ein altes Brett auswählen und nach Knopps einfachem Schnittmuster ein eigenes Futterhäuschen für Vögel anfertigen. So wurden kurzzeitig Block und Kamera gegen Kappsäge und Winkelschleifer getauscht und, ganz nach persönlicher Bedingtheit, mal penibel detailversessen, mal eher im schnellen Wurf, immer aber hochkonzentriert, gesägt, geschliffen, geklebt und genagelt, dass Meister Eder und sein Pumuckel alle Freude gehabt hätten. Und im Notfall gab es ja immer noch die Unterstützung von Schreiner Diogo Vieira und dem Hausherren. Das kam an. Toll, sei das Konzept der kleinen Firma, fand eine Kollegin aus Hamburg, die zum ersten Mal im Südwesten auf Pressereise war. Bis Samstagabend macht der Tross noch Station in Gütenbach, Bernau, stellt Schindeln her im Holzschneflermuseum Resenhof und bewundert die Artefakte des Holzbildhauersymposiums St. Blasien.