Teure Energie

EnBW erhöht den Strompreis deutlich um fast ein Drittel

dpa,bkr

Von dpa & Bernd Kramer

Fr, 05. August 2022 um 13:36 Uhr

Wirtschaft

Höhere Kosten und gedrosselte Gaslieferungen aus Russland: Damit begründet EnBW seine Preiserhöhung. Im Grundversorgungstarif steigt der Strompreis im Durchschnitt um 31,1 Prozent.

Stromkunden der EnBW müssen ab Oktober im Schnitt fast ein Drittel mehr für Haushaltsstrom bezahlen. Wegen gestiegener Beschaffungskosten unter anderem infolge des Ukraine-Kriegs und der gedrosselten Gaslieferungen aus Russland würden die Preise im Grundversorgungstarif im Durchschnitt um 31,1 Prozent angehoben, kündigte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe an. "Berücksichtigt man die Entlastung, die sich aus der Weitergabe des Wegfalls der EEG-Umlage ergibt, liegt das Preisniveau um 15,2 Prozent über Vorjahr."

Der Arbeitspreis für die Kilowattstunde im Grundversorgungstarif für Haushaltsstrom liegt ab Oktober 2022 bei 37,31 Cent je Kilowattstnde. Das entspricht einer Steigerung um 10,02 Cent gegenüber dem September 2022 und 5,58 Cent gegenüber dem Vorjahr, vor dem Wegfall der EEG-Umlage.

EnBW kündigt eine Gassparprämie an

Die Tarife jenseits der Grundversorgung erhöhen sich den Angaben nach in ähnlichem Umfang. Die Preisanpassung der EnBW bewege sich im Marktmittelfeld. Beim Wärmestrom sei derzeit keine Preisanpassung geplant, teilte der Energieversorger mit. Seit 2020 hatte die EnBW die Strompreise zweimal gesenkt.

Finanziell belasteten Haushalten solle im Winter nicht die Strom- und Gaszufuhr abgedreht werden, kündigte Vertriebsvorständin Colette Rückert-Hennen an. Zudem plant EnBW eine Gassparprämie von 100 Euro für Gas-Bestandskunden, die im Vergleich zur Heizperiode des Vorjahrs mindestens zehn Prozent weniger Gas verbrauchen.

Der südbadische Energieversorger Badenova hatte zum 1. August den Arbeitspreis in der Grundversorgung um 4,8 Cent erhöht. Zum 1. Juli war der Arbeitspreis um 4,4 Cent wegen des Wegfalls der EEG-Umlage inklusive Mehrwertsteuer gesunken. Als Grund hatte das Unternehmen Anfang Juni die gestiegenen Strombeschaffungskosten am Strommarkt genannt. So habe sich der Einkaufspreis im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Zuletzt hatte der südbadische Energieversorger den Strompreis im April 2020 erhöht.