Gaspreise

EnBW schlägt zum 1. Juli fast 35 Prozent auf

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Mo, 09. Mai 2022 um 19:03 Uhr

Wirtschaft

EnBW erhöht zum 1. Juli die Gaspreise in der Grundversorgung um 34,8 Prozent. Zum selben Zeitpunkt will der Energieversorger den Wegfall der EEG-Umlage an seine Stromkunden weitergeben.

Zuletzt hatte EnBW die Gaspreise zum 1. Januar 2022 erhöht, damals um 1,32 Cent brutto je Kilowattstunde. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs seien die Einkaufspreise an den Energiebörsen aber nochmals erheblich gestiegen. "Kostete eine Megawattstunde im April 2021 für das Folgejahr noch unter 19 Euro netto, lag deren Börsenpreis im April 2022 bei mehr als 85 Euro. Damit haben sich die Beschaffungspreise für das Folgejahr mehr als vervierfacht", teilte EnBW am Montag mit. Diese Kostensteigerung könne das Unternehmen nur zum Teil durch seine langfristige Beschaffungsstrategie abfedern.

Von 1. Juli an müssen Gaskunden in der Grundversorgung daher 2,92 Cent brutto je Kilowattstunde (kWh) mehr bezahlen. Für einen Haushalt mit 20 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet dies den Angaben zufolge Mehrkosten von 48,58 Euro im Monat. Die Preise für Gasverträge außerhalb der Grundversorgung ändern sich laut EnBW in ähnlichem Umfang – ausgenommen sind nur Verträge mit laufender Preisgarantie.

Von 1. Juli an wird der Staat keine Ökostromumlage mehr erheben. EnBW will den Wegfall der EEG-Umlage in Höhe von 3,723 Cent netto je Kilowattstunde nach eigenen Angaben vollständig an die Stromkunden weitergeben. Dadurch sinken die Kosten in der Grundversorgung den Angaben zufolge für Haushaltsstrom um gut 12 Prozent. Für einen Haushalt mit 2900 kWh Jahresverbrauch bedeute dies eine Entlastung um 10,70 Euro im Monat. Beim Wärmestrom sinken die Kosten im Schnitt um 19 Prozent.