Frankreich, Italien, Österreich, Polen

Endzeit hier, Neubeginn dort: Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg

Gabriele Lesser, Adelheid Wölfl, Julius Müller-Meiningen, Axel Veiel

Von Gabriele Lesser, Adelheid Wölfl, Julius Müller-Meiningen & Axel Veiel

Mi, 07. November 2018 um 14:35 Uhr

Ausland

BZ-Plus Vier Länder, vier verschiedene Blickwinkel: Wie sieht man heute in Frankreich, Italien, Österreich und Polen das Kriegsende vor 100 Jahren? Unsere Korrespondenten berichten.



Polen
Das Ende des Ersten Weltkriegs war für Polen kein großer Grund zur Freude. Das Land kehrte zwar nach 123 Jahren der Teilung durch Preußen, Österreich-Ungarn und das Zarenreich wieder auf die Landkarte Europas zurück, doch es war völlig zerrissen, ausgebeutet und zerstört. Über eine Million Polen hatten in den drei Armeen für die Sache ihrer Peiniger kämpfen müssen, rund 400 000 waren gefallen, viele kriegsversehrt.

Jede kriegsführende Partei hatte den begehrten Söldnern andere Versprechungen für ein "unabhängiges Polen" gemacht. Doch gerade gegenüber Österreich-Ungarn, Preußen und Russland als Besatzern war das Misstrauen groß. Erst die Rückkehr Jozef Pilsudskis aus der Festungshaft in Magdeburg und seine Übernahme des Oberbefehls über die polnische Armee am 11. November 1918 machten Hoffnung auf eine Zukunft im eigenen Staat. Bis heute wird dieser Tag mit militärischem Gepränge als "Unabhängigkeitstag Polens" gefeiert, obwohl es bis zur tatsächlichen Souveränität noch ein langer Weg war.

In Osteuropa entstanden in dieser Zeit mehrere neue Staaten, darunter die Ukraine, Weißrussland und Litauen, von denen große Teile zur sogenannten Doppel-Monarchie Polen-Litauen gehört hatten. Unter Pilsudski wurden diese Randgebiete des früheren Großreiches zurückerobert. Schon der erste Sieg über die Ukrainer führte am 22. November zu einem Pogrom an Lemberger Juden. Weitere Kämpfe, Pogrome und schließlich ...

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