Enttäuschung, aber auch ein wenig Freude

Gerald Nill

Von Gerald Nill

Di, 16. März 2021

Hausen im Wiesental

BZ-UMFRAGE bei SPD und CDU in Hausen und Maulburg.

. Wie bewerten lokale Parteivertreter den Ausgang der Landtagswahl? Die BZ hörte sich am Tag nach dem Urnengang in Ortsvereinen in Maulburg und Hausen um.

Christian Leszkowski, SPD Maulburg: "Das Ergebnis aus SPD-Sicht ist durchwachsen. Die direkte Begegnung im Wahlkampf war nur sehr eingeschränkt möglich und dazu kam, dass ein anerkannter Abgeordneter nach 20 Jahren abgetreten ist. Umso mehr freut es mich, dass Jonas Hoffmann den Einzug in den Stuttgarter Landtag geschafft hat. Er hat einen engagierten Wahlkampf geführt und auch viel neues probiert. Für die Regierungsbildung wünsche ich mir einen neuen Wind, am besten natürlich mit Beteiligung der SPD."

Markus Meßmer, CDU Maulburg: "Das Wahlergebnis ist für mich enttäuschend. Die Großwetterlage im Bund bezüglich Corona und die Vorteilsnahmen im Amt haben zu diesem Ergebnis mit beigetragen. Weiter hat die CDU im Land ein strukturelles Problem, uns fehlen Persönlichkeiten. Aus meiner Sicht wäre Christof Nitz eine Bereicherung im Landtag für unseren Wahlbezirk gewesen: Wenn einer die kommunale Arbeit vor Ort kennt, dann gehört er zu diesem Personenkreis. Unseren Wahlkreis hätte Christof Nitz gut vertreten.

Vielleicht wäre es sinnvoll, die Landes-CDU würde sich für die nächste Legislaturperiode in die Opposition begeben, um sich zu finden und dann gestärkt für 2026 in den Landtagswahlkampf zu gehen."

Harald Wetzel, SPD Hausen: "Über die Ranglistenverbesserung der SPD von Platz vier auf Platz drei, und damit vor die AfD sowohl auf Orts- als auch auf der Landesebene freue ich mich. Die Stimmenverluste der SPD im Land sowie in Hausen gegenüber der Landtagswahl im Jahr 2016 schmerzen natürlich sehr. Die Zugewinne der ,Sonstigen’ von sieben Prozent zeigen leider die Verluste von SPD-Stimmen in Hausen. Entweder regieren und gestalten wir in einer möglichen Ampel mit oder wir stellen die stärkste Oppositionspartei. Beides ist Stand heute möglich und wird sich noch zeigen. Riesig freue ich mich für Jonas Hoffmann, mit ihm zieht ein junger bodenständiger Sozialdemokrat als Nachfolger von Rainer Stickelberger in den Landtag ein."

Samuel Roths, CDU Hausen: "Natürlich sind wir enttäuscht, das Ergebnis kam aber nicht überraschend. Die Landes-CDU muss sich grundlegend erneuern, anders als 2016 darf es kein ,weiter so’ geben. In der CDU gibt es viele motivierte und engagierte Köpfe, die neue Ideen einbringen und unser Land gestalten wollen. Dieser Wandel muss von der Landesspitze aber auch zugelassen werden. Besonders enttäuscht sind wir, dass es für Christof Nitz nicht gereicht hat. Seine Tatkraft und Stimme hätte unserem Wahlkreis in Stuttgart sehr gut getan."