Erklär's mir: Warum streiten Pakistani und Inder oft?

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 13. September 2010

Erklär's mir

Indien und Pakistan sind zwei Länder in Südasien. Bis zum Jahr 1947, also kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, waren die Gebiete von Indien und Pakistan durch Großbritannien besetzt. Die Briten waren sogenannte Kolonialherren. Sie waren damals eine Weltmacht, weil sie viele Gegenden besetzt hatten – unter anderem in Asien. Und so hatten sie auch die Gebiete Indiens und Pakistans für etwa 200 Jahre unter ihrer Kontrolle. Die Bevölkerung wehrte sich allerdings gegen die Briten. Vielleicht habt Ihr schon einmal den Namen Mahatma Gandhi gehört. Der organisierte den Widerstand gegen die britischen Herrscher – und das ohne Gewalt. Weil sich immer mehr Leute seinen Ideen anschlossen, zogen sich die Briten im Jahr 1947 aus dem Gebiet zurück. Allerdings sorgten sie dafür, dass zwei Staaten entstanden – Indien, in dem die Mehrheit der Menschen nach den Regeln der Religion des Hinduismus leben, und Pakistan, wo fast alle Menschen Moslems sind. Weil beide Staaten an der Grenze ein Gebiet für sich beanspruchen und weil die Menschen die Religion des anderen Staates für die schlechtere halten, gibt es oft Streit. Bereits dreimal brach zwischen Indern und Pakistani deshalb ein Krieg aus – zuletzt 1999, also vor elf Jahren. Deshalb ist es sehr ungewöhnlich, dass Inder mit Pakistani in einer Mannschaft Sport treiben. Im Tennis hat es nun ein indisch-pakistanisches Doppel bis ins Endspiel des wichtigsten Turniers in den USA geschafft. Die beiden Sportler beweisen also, dass man trotz verschiedener Religion und unterschiedlicher Herkunft miteinander auskommen und auch noch erfolgreich zusammen spielen kann.