Erleichterung für die Friseure

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Sa, 08. Mai 2021

Grafenhausen

Die nun erlaubten Selbsttests in den Salons lassen auf mehr Kunden hoffen / Bisherige Regelung ließ Umsätze einbrechen.

. "Wir hatten noch Glück im Unglück, weil Aktive des DRK Grafenhausen drei Mal in der Woche im Hagehus SARS-CoV-2 Antigentests anbieten", betonte der Grafenhausener Friseurmeister Uwe Gantert. Dennoch sei die Terminvergabe äußerst schwierig gewesen, weil sich jeder Kunde beim Friseurbesuch durch einen negativen Corona-Test ausweisen musste. Seit einigen Tagen dürfen sich Kundinnen und Kunden nun unter Aufsicht des Friseurs selbst testen. Für die Salons ist das eine große Erleichterung.

Lobende Worte für DRK
Die Worte der Anerkennung des Friseurmeisters Uwe Gantert für die Leistungen der DRK-Aktiven aus Grafenhausen sind sicherlich nicht unbegründet. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Gemeindeverwaltung, der Arztpraxis Bohl, der Apotheke und dem DRK hat die Bevölkerung in Grafenhausen die Möglichkeit, sich drei Mal pro Woche im Hagehus auf Corona testen zu lassen. Dieser Schnelltest war unter anderem für einen Friseurtermin zwingend nötig. "An den Tagen ohne Testmöglichkeit hätten wir eigentlich unser Geschäft schließen können", meinte Uwe Gantert im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Nicht nur in Grafenhausen haben die Salons über Umsatzrückgänge in der Größenordnung von bis zu 70 Prozent geklagt.

Grundsätzlich habe er nichts dagegen, dass bei Inanspruchnahme von Leistungen im engen Körperkontakt auch Gegenleistungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie vom Gesetzgeber erbracht werden müssten. Corona macht allen Menschen das Leben schwer, auch den Friseuren. Die geforderten Schnelltests, die nicht älter als 24 Stunden sein durften, seien aber auch bei den Kunden auf wenig Akzeptanz gestoßen. Eine Terminvereinbarung sei um ein Vielfaches schwieriger gewesen. Aus seiner Sicht finden die Infektionsherde in anderen Berufsgruppen, die mit nicht so vielen Auflagen zu kämpfen haben, statt. In der Tat: Gerade in den letzten Tagen hat es in Betrieben unter anderem in St. Blasien, Stühlingen, Murg und Albbruck kleinere und größere Ausbrüche gegeben, die die Inzidenzzahl im Landkreis Waldshut sprunghaft auf 167,8 (Vortag 139,9) hochschnellen ließen. Die Maskenpflicht in Friseurgeschäften hält Gantert jedoch für unerlässlich. "Wenn Kunde und Friseur eine Maske tragen, dann kann auch das Infektionsrisiko in Grenzen gehalten werden", betonte er. Selbst bei den Schnelltests, ob 24 oder 48 Stunden Gültigkeit, sei eine Garantie für eine Verhinderung von Infektionen nicht gegeben.

Kommunikation eingeschränkt
Angesichts der Gefahren in der Corona-Zeit hat sich einiges geändert. Dazu gehört auch ein Friseurbesuch, bei dem bedauerlicherweise viel an Lebensqualität verloren gegangen ist. Neben dem reinen Haareschneiden war ein Friseursalon nämlich bisher immer auch ein Umschlagplatz an Neuigkeiten, von dem nicht nur Journalisten profitierten. "Gespräche müssen auf ein Mindestmaß reduziert werden", betonte Uwe Gantert, der übrigens vor Corona erheblich gesprächiger war. Es sei für ihn jedoch wichtig, dass alle Verbreitungswege der gefährlichen Krankheit eingedämmt werden müssen. "Es wird aber wieder die Zeit kommen, da können wir auch im Friseursalon wieder stärker miteinander kommunizieren", hob Uwe Gantert hervor.

Laientest unter Aufsicht
Seit einigen Tagen erlaubt das Land Baden-Württemberg erweiterte Testmöglichkeiten. Für Friseurkunden bedeutet dies, dass sie sich auch im Salon Gantert in Grafenhausen unter Aufsicht selbst testen dürfen. Wie Uwe Gantert informierte, wird das Ergebnis des Laientests vom Friseur bestätigt. Diese Bescheinigung gilt dann wiederum 24 Stunden lang und kann auch für weitere Zwecke genutzt werden.