Vierzehnter Verhandlungstag

Ermittler sagt über Hussein K.s Facebook-Fotos aus

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Di, 28. November 2017 um 13:22 Uhr

Freiburg

Im Prozess gegen Hussein K. sagten am Dienstag vor dem Freiburger Landgericht weitere Zeugen aus: Zwei Rechtsmedizinerinnen und ein Polizist, der Hussein K.s Profile in den sozialen Netzwerken ausgewertet hat.

Das Verfahren ist für heute beendet und wird am Freitag, 8. Dezember 2017 fortgesetzt. Dann soll unter anderem eine Frau aussagen, die von Hussein K. in der Tatnacht an der Endhaltestelle Laßbergstraße belästigt wurde.
Fazit
Der 14. Prozesstag war kurz, aber zäh. Die Aussage des Ermittlers zur ersten Befragung des Angeklagten und die darauffolgende Begutachtung seiner Facebook-Profilbilder war langwierig und für Prozessbeobachter wenig erhellend. Welche Bedeutung K.s Facebook-Fotos für den Tatvorwurf haben, blieb unklar.
Erste Vernehmung und Auswertung von K.s Facebook-Profilfotos
12 Uhr: Nächster Zeuge ist ein Kriminalhauptkommissar aus Freiburg, der Hussein K. als Beschuldigten vernommen und seine sozialen Kontakte und Netzwerke ausgewertet hat. Zunächst beschreibt der Ermittler, wie sein Kontakt mit K. nach dessen Festnahme gewesen sei. Hussein K. sei durch Beamte des Postens in Littenweiler zur Vernehmung mit einem Dolmetscher auf die Dienststelle gebracht worden; die Vernehmung habe in einem Video-Verhörzimmer stattgefunden.
Zunächst habe man versucht, K.s rechtlichen Vormund Frau Z. zu erreichen, diese sei jedoch nicht erreichbar gewesen. Zu Beginn der Vernehmung, nach der Belehrung, sei K. verwirrt gewesen, ob er jetzt schuld sei. Der Polizist habe ihn dann informiert, dass sie nicht die Schuld feststellen würden, aber dass er auf Grund seines Aussehens und der Tatsache, dass er zur Tatzeit in Tatortnähe gewesen sei, Beschuldigter sei.
Die Frage, ob er unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stünde, verneinte K. – Drogen habe er ein paar Mal genommen; Alkohol würde er aus religiösen Gründen nicht konsumieren. Der Polizist habe ihn nach seinen Personalien und auch nach seiner Handynummer gefragt – eine feste Telefonnummer für sein IPhone 6 habe er nicht, da er jeden Monat eine neue Prepaid-Karte kaufen würde. Schließlich sei K.s Vormund Frau Z. erreicht worden. Nach Rücksprache mit dem Justitiar des Landratsamts habe sie einer Speichelprobe zugestimmt und über den anwaltlichen Notdienst einen Anwalt kontaktiert.
Einem Kollegen habe K. während einer Rauchpause im Verhör seinen Lebenslauf geschildert. Er sei aus Afghanistan in den Iran geflohen, doch ohne Perspektive über die Balkanroute nach Deutschland gekommen. K.s Vormund Frau Z. habe die Beamten darüber informiert, dass Hussein K. ein "Uma" (unbegleiteter minderjähriger Ausländer) sei, und wie bei solchen Jugendlichen üblich durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie betreut würde, auch medikamentös. K. habe Z. gefragt, ob die Ermittlungen Auswirkungen auf sein Asylverfahren haben werde; man habe ihm da erklärt, dass das nicht im Fall der Ermittlungen so sei, sondern nur im Falle eines Schuldspruchs.
"Ich fand das schon ungewöhnlich, dass er so ruhig geblieben ist." Ermittler zur ersten Vernehmung von Hussein ...

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