Gerichtsprotokoll des Staufener Missbrauchsfalls

Ermittler über Berrin T.: "Es konnte keiner wissen, dass sie sich an Missbräuchen beteiligt"

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Mi, 27. Juni 2018 um 11:53 Uhr

Südwest

Warum missbraucht eine Mutter ihren Sohn – und lässt ihn von ihrem Partner und weiteren Männern missbrauchen? Ein Polizist berichtet am fünften Prozesstag, wie Berrin T. alle Beteiligten täuschte – auch das Jugendamt.

Die Verhandlung ist für heute beendet und wird am kommenden Mittwoch, 4. Juli 2018, um 9 Uhr fortgesetzt.
Aussage der Tochter von Berrin T.
12.45 Uhr Für die Aussage der erwachsenen Schwester des Jungen wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Am Nachmittag wird nicht verhandelt.
Verlesung von Dokumenten
12.30 Uhr Richter Bürgelin verliest Dokumente, die sich auf Christian L.s Verstoß gegen Weisungen im Frühjahr 2017 und die darauffolgende Inobhutnahme des Jungen beziehen. So heißt es etwa in einem Aktenvermerk des Jugendamts: "Die Tatsache, dass Frau T. die Beziehung von Herrn L. zu ihrem Sohn als positiv bewertet zeigt, dass sie die Gefahr, die von Herrn L. ausgeht, nicht adäquat einschätzen kann." In einem Vermerk des Psychologen, der Christian L. betreute, heißt es auch, dass es keine Hinweise auf pädosexuelles Interesse an Jungen bei L. gebe.
Aussage der Polizeibeamtin S.
11.35 Uhr Die Polizeibeamtin S. betreut den missbrauchten Jungen. Sie hat bisher in allen Prozessen im Staufener Missbrauchsfall ausgesagt. S. beschreibt in ihrem klaren, deutlichen Stil zunächst den Ablauf der Festnahme im September 2017 und polizeiliche Maßnahmen an diesem Tag, an dem der Junge weitgehend still blieb. "Er hat nicht gefragt nach der Mutter oder nach dem Herrn L.", sagt die Beamtin, während Berrin T. aufmerksam zuhört.
S. beschreibt die erste Anhörung des Jungen, bei der er nicht viel preisgeben wollte. Daraufhin habe sie dem Jungen erzählt, dass ein Hinweisgeber sich wegen Vorfällen Sorgen um ein Kind gemacht habe. "Weißt Du, wer dieses Kind ist?" "Ich." "Hat der Hinweisgeber recht, dass er sich Sorgen um Dich macht?" "Ja." "Willst Du, dass Menschen aufhören, das mit Kindern zu machen?" "Ja."
Bei einer weiteren Anhörung habe das Kind nichts von sich aus ...

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