Staufener Missbrauchsfall

Ermittler verdächtigen angeklagten Spanier, ein Mädchen ermordet zu haben

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Fr, 27. Juli 2018 um 17:54 Uhr

Südwest

Gegen Javier G. D. werden Ermittungen wegen des Mordes an einem Kind geführt. Das wurde am zweiten Prozesstag bekannt. Vor dem Freiburger Landgericht steht der 33-Jährige wegen des vielfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines Jungen aus Staufen.

Der Prozess ist für heute beendet. Er wird am Montag, 30. Juli 2018, um 8.30 Uhr fortgesetzt. Dann wird die Vernehmung von Christian L. forgesetzt. Außerdem sollen weitere Ermittler aussagen.


Aussage von Christian L.
16.30 Uhr Auf Christian L.s Aussage folgt die Befragung durch die Prozessbeteiligten. Die Kammer will wissen, was Javier G. D. über seine "internationalen Missbrauchskontakte" erzählt habe. Christian L. berichtet von Fällen, mit denen G. D. geprahlt haben soll. "Ich bin mir sicher, (der Junge) ist nicht sein erstes Opfer gewesen", sagt L.. Der Spanier habe von weiteren Kontakten in Deutschland erzählt, unter anderem von einem Vater aus Essen, der seine Tochter missbrauche, und die er möglicherweisgg*ge an Christian L. vermitteln könne.

"Geplant war eine längere Beziehung."Christian L. über das Verhältnis zu G. D.
Staatsanwältin Nikola Novak will wissen, was der gemeinsame Darknet-Bekannte "Payment4" vor dem ersten Treffen über Javier G. D. gesagt habe. L. gibt an, "Payment4" habe erzählt, die beiden würden sich persönlich kennen – und dass G. D. eher auf Jungen stehe. Am Richtertisch werden Fotos angeschaut: Bildmaterial aus dem Missbrauch des Staufener Jungen durch G. D., Fotos, die bei G. D. gefunden wurden. Eines zeigt ein Haus, das G. D. angeblich für Christian L., Berrin T. und den Jungen mieten oder kaufen wollte.

"Geplant war eine längere Beziehung", sagt Christian L.. Nachdem er das Tötungsvideo gesehen habe, habe er selbst allerdings den Kontakt abbrechen wollen. "Trotzdem haben sie weiter Kontakt gehabt?", fragt Novak. "Sie haben ja auch noch auf Geld gewartet, 250 Euro." "Nein, 1000!", sagt Christian L..

Novak stellt weitere Detailfragen zu einzelnen Missbrauchsbesuchen, dem geschenkten Stethoskop, gemeinsamen Darknet-Bekannten von G. D. und L.. Noch einmal kommt sie auf das Tötungsvideo zu sprechen, will wissen, warum L. den Ermittlern erst so spät davon erzählt hat. "Ich habe mir in der Haft Gedanken gemacht, ob meine Familie geschützt ist", sagt L.. Er habe Angst vor G. D. und "Payment4" gehabt.

In der weiteren Befragung geht es um weitere Details des Missbrauchs, einzelne Aufenthalte zum Missbrauch ich einem Ferienhaus in der Ortenau. Am Richtertisch werden noch einmal Bilder angeschaut, die auch im Prozess gegen Christian L. und Berrin T. in Augenschein genommen wurden. Sie zeigen gequälte und getötete Kinder. Einige davon hat L. schon einmal gesehen. Javier G. D., der ebenfalls mit nach vorne gekommen ist, kennt einige der Bilder, erklärt, wo sie herkommen.

Am Richtertisch stehen G. D. und L. derweil nebeneinander. Während G. D. spricht, schüttelt L. den Kopf.
Der Staufener Missbrauchsfall
Das Verfahren gegen Javier G.D. ist das fünfte und nach Angaben der Justiz "nach derzeitigen Stand letzte" im Staufener Missbrauchsfall. Christian L. und Berrin T. sollen den heute zehnjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Einer dieser Männer soll Javier G.-D. sein. Der 33-Jährige hat sich am ersten Prozesstag ausführlich eingelassen und die Anklage in weiten Teilen eingeräumt. Das Hauptverfahren gegen Berrin T., die Mutter des Kindes, und ihren Lebensgefährten Christian L. läuft noch – das Urteil gegen ...

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