Ernüchterung in Finnland

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mo, 15. Februar 2021

Skispringen

Modricker und Haas im JWM-Teamspringen auf Rang acht.

(jb). Österreich zuerst. Nach dem Doppelerfolg im Einzelwettbewerb dominierten die Austria-Adler bei der nordischen Junioren-Weltmeisterschaft auch in Gemeinschaft und gewannen sowohl das Teamspringen der jungen Männer als auch den Vierer-Vergleich der jungen Frauen. Der frisch gebackene Junioren-Einzelweltmeister Niklas Bachlinger, der in diesem Winter schon im Continentalcup für Aufsehen gesorgt hatte, Silbermedaillengewinner David Haate, Elias Medwed (der mit einem 98 Meter weiten Flug im zweiten Durchgang die Tagesbestweite markierte) und Daniel Tschofenig dominierten das Teamspringen und verwiesen das slowenische Quartett und die überraschend starken Russen auf die Plätze zwei und drei.

Für die Nachwuchs-Weitenjäger des Deutschen Skiverbands (DSV) gab es mitten im Corona-Winter einen herben Dämpfer. Statt wie erhofft in den Kampf um die Bronzemedaille einzugreifen, blieb dem DSV-Quartett bei elf Grad Minus auf dem 100-Meter-Bakken im Feld der zwölf Teams lediglich der achte Platz. Quirin Modricker (19) vom SC Hinterzarten, im Einzelwettbewerb am Donnerstagabend auf Rang 21 bester Deutscher, brachte 82,5 und 83,5 Meter weite Sprünge (Note 189,0) in die Teamwertung ein. Der Schonacher Claudio Haas steigerte sich im Vergleich zum Einzelspringen, bei dem er nach flottem Anlauf den Absprung von der Schanzenkante versemmelt und als 34. den zweiten Durchgang verpasst hatte und bot zwei solide Sprünge (85,5/84,5/201,9). Eric Fuchs vom SC Oberstdorf blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten, Simon Spiewok ließ als bester DSV-Weitenjäger nach 87 Metern im ersten Durchgang mit einem 91 Meter weiten Satz im Finale sein Können aufblitzen. Was bleibt, ist Ernüchterung. In den vergangenen Jahren waren die DSV-Junioren im Teamspringen wiederholt eine Bank, gewannen mehrfach Gold und Silber.

"Das Ergebnis zeigt, dass wir im internationalen Vergleich deutlich zulegen müssen", sagt Skisprung-Landestrainer Rolf Schilli, der die Schwarzwaldadler Modricker und Haas betreut. "Die Österreicher waren bei dieser Junioren-Weltmeisterschaft extrem stark", so Schilli, "das war eine andere Liga, die waren eine Klasse besser".