Schwimmbad

Erst dreimal musste das Lahrer Terrassenbad wegen zu vieler Besucher schließen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Di, 04. August 2020 um 17:03 Uhr

Lahr

Die Obergrenze von 1000 Besuchern im Terrassenbad ist im Corona-Jahr noch nicht oft erreicht worden. Dort setzt man weiter auf Ticketkauf am Eingang, während andere auf Onlinebuchung setzen.

Das Lahrer Terrassenbad ist auch in Corona-Zeiten sehr beliebt. Die Stadt ist mit der Zwischenbilanz zufrieden, obwohl es finanzielle Einbußen gibt. An 49 Öffnungstagen war bislang dreimal eine Schließung notwendig, weil es im Bad zu voll wurde. Die Stadt hält diese Strategie weiterhin für sinnvoll. Seelbach und Ettenheim setzen derweil auf einen Schichtbetrieb.

Die Freibadsaison hat im Corona-Jahr mit Verspätung begonnen. Das Terrassenbad öffnete erst am 15. Juni. Aufgrund der Corona-Situation sind maximal 1000 Besucher erlaubt. Aus Sicht der Stadt ist es somit logisch, dass die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent gesunken ist. Bis zum 22. Juli wurden im Terrassenbad rund 18 500 Besucher gezählt. Im Vorjahr waren es im Juni und Juli zusammen mehr als 50 000 Badegäste gewesen. "Durch die geringe Besucherzahl sind die Einnahmen in diesem Jahr ebenfalls um 40 Prozent zurückgegangen", heißt es in einer Pressemeldung der Stadtverwaltung. "Trotz der sehr, sehr schwierigen Corona-Situation sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden", sagt Ralph Brucker, Leiter der Abteilung Liegenschaften und Verwaltungsservice und zuständig für die Lahrer Bäder. "Für das Personal ist die Situation aber besonders herausfordernd."

Dreimal musste das Bad bislang schließen, weil die 1000-Besucher-Marke jeweils am Nachmittag erreicht wurde: am Sonntag, 19. Juli, Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August. Tritt der Fall ein, wird die Pressestelle der Stadt umgehend informiert, die dann einen Hinweis auf der Internetseite der Stadt sowie in den Sozialen Medien platziert. Daher rät die Stadt, das Bad an sehr heißen Tagen morgens zwischen 9 und 12 Uhr zu besuchen.

"Einzelne beschweren

sich über zu viele

auswärtige Badegäste"
Ralph Brucker
"Die Rückmeldungen der Badegäste sind zum großen Teil verständnisvoll", sagt Brucker. "Einzelne beschweren sich über zu viele auswärtige Badegäste." Diese Diskussion gebe es aber jedes Jahr. Unter den Badegästen sind oft viele aus dem benachbarten Elsass. "Nach wie vor tragen wir als Stadt Lahr den europäischen Gedanken in uns", sagt Brucker.

Aus Sicht der Stadt steigt der Besucherdruck auf das Terrassenbad, weil andere kommunale Bäder im Umland geschlossen sind. Dennoch will die Stadtverwaltung ihre Strategie nicht ändern. Onlinebuchungen für jeden einzelnen Badetag, wie andernorts üblich, hält sie nicht für sinnvoll.

"Auch eine Begrenzung der Badezeit auf drei oder vier Stunden halten wir für eine zu große Einschränkung", sagt Oberbürgermeister Markus Ibert. "An 94 Prozent der Badetage wären die strengen Beschränkungen nicht notwendig. Bei 49 Öffnungstagen mussten wir bisher nur an drei Tagen schließen," so Ibert weiter Auch an diesen Tagen habe sich die Situation schnell wieder entspannt, sodass ab 18 Uhr wieder Besucher zugelassen werden konnten.

Ein Sicherheitsdienst im Terrassenbad?

Die Abstandsregeln seien auch bei 1000 Besuchern gut einzuhalten, meint Brucker. Vielen sei nicht bewusst, dass gemäß der Corona-Verordnung Ansammlungen bis zu 19 Personen zulässig sind und im nicht öffentlichen Bereich ein Abstand von 1,5 Metern empfohlen wird. "Andererseits bemängeln allzu aufmerksame Badegäste auch Dinge, die nach der geltenden Verordnung nicht verboten sind", hat er beobachtet. Fazit: "Einen Sicherheitsdienstes, der die Besucher grundsätzlich maßregelt, hält die Stadt nicht für erforderlich."

Umlandgemeinden regeln den Betrieb anders: In Seelbach, wo das Bad seit dem 11. Juli geöffnet hat, findet das Baden in zwei Schichten statt (mittwochs bis sonntags von 9 bis 14 sowie von 15 bis 20 Uhr). Die Grenze liegt bei 360 Besuchern pro Schicht. Der Zutritt ist nur mit Online-Tickets möglich. Laut Kämmerer Wolfgang Mech waren von 41 Schichten bislang 13 ausgebucht, zwei vormittags und elf nachmittags.

Auch im Ettenheimer Bad gibt es seit dem 19. Juni einen Zweischichtbetrieb mit Online-Tickets. Die Obergrenze liegt bei 400 Besuchern pro Zeitfenster.
Der Waldmattensee

An Badeseen lassen sich die Besucherströme nicht so einfach lenken. An heißen Tagen wird es beispielsweise am Waldmattensee in Kippenheimweiler ziemlich eng. "Das ist zwar nichts Neues, aber im Corona-Jahr geht das manchmal schon in Richtung Ausnahmezustand", sagt Ortsvorsteher Tobias Fässler der BZ. Sein Eindruck: "Der See verträgt zwar viele Besucher. Aber vielen Menschen aus dem Dorf ist es in Stoßzeiten zu voll." Diese gingen höchstens noch für eine kurze Schwimmrunde an den See. Aus Fässlers Sicht dürfte der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Lahr gern öfter am Waldmattensee kontrollieren. Nicht nur bezüglich der Abstandsregeln. Denn mit den vielen Besuchern häuften sich auch andere Verstöße. So seien Glasflaschen, Grillen und das Mitbringen von Hunden am See nicht erlaubt. Daran hielten sich längst nicht alle. Der Trend zum Standup-Paddling sei in Wylert immer häufiger zu beobachten. Das könne zu Konflikten mit Badegästen führen. Auch die Parksituation beobachtet Fässler mit Sorge. Manche Autofahrer parkten Rettungszufahrten oder Radwege zu, die Zufahrt für die DLRG werde immer wieder erschwert. Hier sollte härter durchgegriffen werden, meint der Ortsvorsteher. In Neuried ist man schon einen Schritt weiter. Dort kommt an den Altenheimer Badeseen Wacholderrain und Fohlengarten an heißen Tagen ein Sicherheitsdienst zum Einsatz. Für Fässler ist das momentan keine Option: "So dramatisch ist es nicht. Das wollen wir so lange wie möglich vermeiden."