London

Erste Auslandsreise von Charles nach Paris?

dpa

Von dpa

Do, 22. September 2022 um 17:46 Uhr

Panorama

Während sich der neue König zur privaten Trauer nach Schottland zurückgezogen hat, laufen die Planungen für seine erste Auslandsreise. Erstes Ziel soll ein wichtiges EU-Land werden.

Um die bilateralen Beziehungen nach dem Brexit zu stärken, soll der erste Staatsbesuch den neuen König Charles III. einem Zeitungsbericht zufolge nach Frankreich führen. Das britische Außenministerium sei sehr daran interessiert, die diplomatische Macht der Monarchie zu nutzen, um nach dem EU-Austritt die Brücken zu den wichtigsten europäischen Nachbarn zu stärken, schrieb der Telegraph am Mittwoch. Die Reise, die bereits im kommenden Monat stattfinden dürfte, führe daher möglicherweise auch nach Deutschland.

Charles war am Rande der Trauerfeierlichkeiten für Queen Elizabeth II. sowohl vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron als auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen worden. Deutschland war eines der letzten Länder, dem die Queen im Jahr 2015 mit ihrem Ehemann Prinz Philip einen Staatsbesuch abstattete. Seitdem gab es keine offiziellen Auslandsreisen des Staatsoberhaupts mehr, da die Königin zunehmend unter Mobilitätsproblemen gelitten hatte.

Der neue König plant Medienberichten zufolge, das Königshaus zu verkleinern. Die konservative Boulevardzeitung Daily Express berichtete, künftig dürften neben Charles (73) und seiner Königsgemahlin Camilla (75) nur noch Thronfolger Prinz William und dessen Ehefrau Prinzessin Kate (beide 40) sowie Prinzessin Anne (72) und Prinz Edward (58) mit seiner Frau, Gräfin Sophie (57), eine Rolle spielen.

Laut einer Umfrage im Auftrag der Zeitung finden die Pläne großen Anklang in der Bevölkerung: Eine Rückkehr von Prinz Harry (38) und Herzogin Meghan (41) in den engeren Kreis der Royals wünscht sich nur rund ein Drittel der Befragten. 57 Prozent wollen das ausdrücklich nicht.

Die Umfrage zeigt großes Wohlwollen der Briten für ihr neues Königspaar. So sind 63 Prozent der Befragten überzeugt, Charles habe einen guten Start als Monarch gehabt. Sogar 69 Prozent waren zuversichtlich, dass er ein guter König sein werde. 58 Prozent trauen Camilla zu, in der Rolle als Königsgemahlin zu glänzen. Zwei Drittel (66 Prozent) der Briten unterstützen demnach die Staatsform der Monarchie. Immerhin knapp ein Viertel (22 Prozent) wollen sie abschaffen.

Die Pläne für ein schlankeres Königshaus könnten allerdings weitere Bedienstete treffen. Die Nachrichtenagentur PA zitierte am Mittwoch aus einem Schreiben des königlichen Schatzmeisters Michael Stevens, dass "eine sehr kleine Minderheit von Angestellten (weniger als 20), die Ihrer Majestät Queen Elizabeth II. persönlich zu Diensten waren", ihre Jobs verlieren könnte. Zuvor hatte bereits die Zeitung Guardian berichtet, dass wegen des Aufstiegs von Charles zum König bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner bisherigen Residenz Clarence House entlassen werden könnten.

Queen Elizabeth II. war am 8. September gestorben und am Montag nach einem Staatsbegräbnis auf ihrer Residenz Schloss Windsor beigesetzt worden.