Auto-Kaufprämie

Es geht nicht um andere, sondern weniger Autos

Bernhard Merk

Von Bernhard Merk (Freiburg)

Fr, 15. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Rufe nach der Abwrackprämie", Agenturbeitrag (Politik, 30. April)
Das Coronavirus gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern fegt auch Erkenntnisse, gute Absichten und Versprechungen einfach weg. So ist der Klimawandel nicht nur aus dem Blickfeld geraten, die Politik ist gerade dabei, ihn auch noch kräftig anzuschieben.

Und an die angeblich vorgesehene Verkehrswende erinnern sich unsere Politiker schon gar nicht mehr. So soll mit der Abwrackprämie für Autos der angeblich notleidenden Autoindustrie geholfen werden. Dass die 2019 und auch noch Anfang 2020 hohe Gewinne gemacht hat und an einen Verzicht, Dividende an ihre Aktionäre auszuschütten, gar nicht denkt, stört dabei nicht.

Auch der Vorschlag, nur für die Anschaffung von E-Autos Prämien zu bezahlen, greift zu kurz: Es geht bei der Verkehrswende ja nicht nur um andere Autos, sondern auch um weniger Autos. So sollen die Dinosaurier VW, Daimler und BMW auch noch mit Steuergeldern dafür belohnt werden, dass sie noch immer nicht ausreichend an neuen Mobilitätskonzepten arbeiten. Auf den wahrscheinlichen Kollateralschaden dieser Finanzierungspolitik hat unter anderem die BZ schon hingewiesen: Für bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte wird da nicht mehr viel übrig bleiben. Bernhard Merk, Freiburg