Es ist wichtig, nach einer Lösung zu suchen

Verena Schumacher (St. Blasien)

Von Verena Schumacher (St. Blasien)

Sa, 13. Februar 2021

Leserbriefe

Der Artikel von Stefan Hupka ist überschrieben mit "Geschlechtergerechte Sprache – Ein krampfhaftes Bemühen" und endet mit dem Satz: "Das ist es nicht wert." Wie soll frau das verstehen? Sich um Sichtbarkeit der Geschlechter in unserer Sprache zu bemühen, ist wertlos?
Warum? Weil es schwierig ist? Sind wir Menschen nicht schon oft bei neuen Vorhaben erst einmal gescheitert und haben daraufhin einfach nochmal von Neuem begonnen? Wie viele Versuche hat es wohl gebraucht, um auf dem Mond zu landen? Aber wurde das Vorhaben deswegen aufgegeben?

Aktuell ist es wirklich schwierig, genderkonform zu schreiben und auch zu reden. Das fällt allen schwer. Aber alleine der Versuch, dies zu tun, zeigt, dass wir einen gewissen Respekt vor der Vielfältigkeit haben. Darüber ins Gespräch zu kommen, ist wichtig, im Gespräch zu bleiben, noch wichtiger. Denn unsere Gesellschaft ist nun mal vielfältig. Die Probleme, die dadurch sprachlich entstehen, einfach abzutun als "Krampf" ist zwar sehr bequem, jedoch verletzt dies die Gefühle von mehr als der Hälfte der Bevölkerung.

Zum momentanen Zeitpunkt gibt es noch keine optimale Lösung. Trotzdem ist es wichtig und richtig, weiter zu suchen. Denn über unsere Sprache geschieht so viel. Und das, was uns täglich umgibt, ist letztendlich auch das, was sich im Gedächtnis festsetzt.

Wenn wir also wollen, dass sich in unserer Gesellschaft nicht nur die Männer im Gedächtnis festsetzen, dann sollte uns daran gelegen sein, dieses Thema nicht als wertlos abzutun, sondern immer wieder anzusprechen, bis sich eine gute Lösung gefunden hat. In diesem Sinne: vielen Dank, dass Sie darüber geschrieben haben, Herr Hupka!

Verena Schumacher, St. Blasien