Nachgefragt

Europa-Park Chef Mack rockt beim Schüler-Talk in Freiburg die Carrera-Bahn

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 16. April 2015 um 09:44 Uhr

Freiburg

Bei "Nachgefragt" am Rotteck-Gymnasium hat Roland Mack aus dem Nähkästchen geplaudert – und gezeigt, wie man auf der Carrera-Rennbahn einen Looping schafft.

Dem Ingenjör ist nichts zu schwör. Es hat Roland Mack, den Chef des Europa-Parks, sichtlich gefuchst, als beim kleinen Wettrennen an der Carrera-Rennbahn die kleinen Flitzer nicht so richtig rollten wie sie sollten. Mack gab erst auf, als sein Auto den Looping schafft. Als Gast bei "Nachgefragt" am Rotteck erzählte er vom Wachsen des Europa-Parks, von 18-Stunden-Arbeitstagen und warum er nicht gern als Opa Roland bezeichnet wird. Und die Zuhörer in der vollbesetzten Aula erfuhren, wer den heutigen Vorzeige-Unternehmer einmal Kommunist schimpfte.

40 Jahre alt wird der Europa-Park in diesem Jahr. 100 Millionen Besucher haben der Freizeitpark in Rust schon erlebt. Nur der Kölner Dom hat jedes Jahr noch mehr Besucher als die Anlage der Familie Mack.

War Disney sauer wegen der Euro-Maus?

Als "Herr der Achterbahnen" und "deutsche Antwort auf Disneyland" stellten die bestens präparierten Talkmaster Hannah Ruhland und Julius Fassbinder ihren Gast dem Publikum in der vollbesetzten Rotteck-Aula vor. Sie wollten gleich wissen: Hat Disney nie Ärger gemacht wegen Euro-Maus und Micky-Maus? Nun, so Roland Mack, anfangs sollte das Europa-Park-Maskottchen eine Ratte werden – wurde dann aber immer mehr zur Maus. Tatsächlich habe er damals dann in Sachen Maus nach Los Angeles zu den Disney-Anwälten fliegen müssen. Doch als er, damals gerade 26, vor Ort war, hätten die kein großes Interesse mehr an einem Gespräch gehabt. Zu winzig schienen ihnen Europa-Park und Euro-Maus.

Im Juli 1975 hatten Roland und Franz Mack, der Vater, den Park in Rust eröffnet. Mehr als 200 Jahre alt ist die Waldkircher Firma der Macks für Karussell- und Wagenbau. Roland Mack wuchs in Waldkirch auf. Er spielte Fußball, war Klassensprecher am Gymnasium – und Anführer eine Jugendgang. Die Waldkircher Jungs lagen Mack zufolge im Dauerclinch mit den Nachbarn aus Kollnau. "Die Kastellburg war das Kriegsgebiet, es waren harte Auseinandersetzungen, auch mit Steinschleudern und so", berichtete er schmunzelnd. Bei Mack hörte es sich so an, als hätten die Waldkircher meist die Oberhand behalten. Roland Mack war auch mit Mitglied der Narrenzunft Krakeelia. Dass er die "Klepperle" noch heute aus dem Effeff beherrscht, bewies er am Rotteck.

Im Studium wurden Haare und Koteletten länger

Macks Lieblingsfach an der Schule war Mathe. Nach dem Abi ("mit einer Zwei") studierte er Maschinenbau an der Technischen Universität Karlsruhe – obwohl sein Vater kein ausgesprochener Freund der Studiererei war. Dem Praktiker erschien alles zu theoretisch. Bei Roland Mack wurden in jener Zeit die Haare und die Koteletten länger und auch manche Ansicht änderte sich. Wenn er dann mal wieder daheim in Waldkirch war, sagte sein Vater zur Mutter: "Jetzt hockt wieder der Kommunist an unserem Tisch", erzählte Roland Mack. Natürlich sei er alles Andere als das gewesen.

Trotzdem war der vor fünf Jahren verstorbene Vater sein Vorbild. Die Familie sei immer bodenständig geblieben. Mack sagt aber auch, wer selbstständig sein wolle, müsse viele persönliche Wünsche hintanstellen. Der Freizeitunternehmer arbeitete anfangs sieben Tage die Woche jeweils 16 bis 18 Stunden täglich für den Erfolg des Projekts Europa-Park.

Angst vor der Zukunft habe er nicht. "Aber jeder, der viel mit Technik zu tun hat, der weiß, dass es immer ein Restrisiko gibt." Auch Trends könnten sich ändern. Er sehe sich in der Verantwortung, auch für die rund 4000 Mitarbeiter und deren Familien. Aktuell beschäftigt den Firmenchef vor allem die bevorstehende Erbschaftssteuerreform. Finanzminister Wolfgang Schäuble habe ihn deswegen gar zum Gespräch nach Berlin eingeladen. Hintergrund: Die beiden Söhne Macks sind mit in der Firma. Die junge Generation plant den Wasserpark, der ab 2016 bei Rust gebaut werden soll. Roland Mack ist mittlerweile Großvater. "Opa Roland" höre er aber gar nicht gerne. Er komme sich dann so alt vor.

An der Carrera-Bahn gewinnt "der Opa"

Nach welchen physikalischen Gesetzen die Sache mit dem Looping funktioniert, erläuterte Roland Mack den "Nachgefragt"-Gästen an der Carrera-Rennbahn. Als das angesetzte Rennen gegen Julius Fassbinder wegen technischer Schwierigkeiten erst nicht klappen wollte, tüftelte Mack so lange, bis die kleinen Flitzer wirklich über die Bahn samt Looping rasten – und: Mack hatte die Nase vorn. "Der Opa gewinnt", strahlte er. Ob er denn auch bei den Testfahrten für die Bahnen im Park dabei sei? Klar, antwortete der Gast: "Erst fahren Sandsäcke, dann meine Frau, dann ich," scherzte er.

Die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen – das ist auch so ein Ding von Roland Mack. Nach starken Worten gab's dann auch noch starke Männer mit dem Auftritt von zwei Kraftakrobaten auf der Rotteckbühne an diesem kurzweiligen Abend.

Mehr zum Thema: