Fassungslos ins Ungewisse

dpa

Von dpa

Mo, 29. Juni 2020

1. Bundesliga

Fortuna Düsseldorf steigt zum sechsten Mal aus Liga eins ab.

Die Fassungslosigkeit stand Uwe Rösler noch ins Gesicht geschrieben, da klärte der Trainer nach dem Abstiegsschock die erste der vielen Personalfragen – nämlich seine eigene. Aufgeben? Am Tiefpunkt? Das kommt für Rösler bei Fortuna Düsseldorf nicht infrage. "Im Moment ist eine unheimliche Leere bei allen von uns, auch bei mir", gestand Rösler. Aber: "Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Ich freue mich auf die Aufgabe, es wiedergutmachen zu können. Wir müssen eine neue Mannschaft aufbauen", kündigte der 51-Jährige nach dem 0:3 bei Union Berlin und dem Sturz in die Zweitklassigkeit an.

Rösler will bleiben. Und Rösler soll bleiben, als eine der wenigen Konstanten. Die Fortuna steht nach dem Bundesliga-Abstieg nämlich am Scheideweg. Der Neuanfang im Fußball-Unterhaus wird ganz sicher kein Selbstläufer. Das weiß auch Uwe Klein. Der neue Sportvorstand stand vor einer anderen Interview-Wand im Stadion an der Alten Försterei als der Coach und bekräftigte die Düsseldorfer Idee, es weiter mit dem als Retter gescheiterten Rösler zu versuchen.

"Wir werden das in Ruhe analysieren, mit Uwe Rösler, welcher auch in der nächsten Saison unser Trainer sein wird, und werden dann versuchen, eine schlagkräftige Truppe auch für die zweite Liga auf die Beine zu stellen", sagte Klein im ZDF-Interview. Leichte Zweifel an der vor dem Abstieg versprochenen Kontinuität durch eine mögliche Spontanreaktion von Vorstandschef Thomas Röttgermann wurden somit immerhin zerstreut. Trotz nur zwei Siegen in 15 Spielen mit Rösler und nur acht Punkten in den neun Geisterspielen. Röslers Versprechen zur Wiedergutmachung des sechsten Abstiegs aus der Bundesliga zum 125. Vereinsjubiläum ist auch ein Wagnis.