Bräuche

Fasnacht in Europa: Ein Engel, ein Fußballspiel und viele Wampeler

Christian Engel

Von Christian Engel

Sa, 10. Februar 2024 um 06:11 Uhr

Neues für Kinder

Konfetti, Musik, Masken und Kostüme: Die Fasnacht ist in vollem Gange. Gefeiert wird von Gegend zu Gegend unterschiedlich – innerhalb Deutschlands und außerhalb.

In Südbaden haben viele Menschen bereits den "Schmutzige Dunschtig" gefeiert, da waren die Narren sogar in manchen Schulen zu Besuch. Abends liefen die Leute als Hemdglunker in Nachthemden durch die Straßen. Im Rheinland wiederum war am Donnerstag "Weiberfasnacht". Da werden den Männern die Krawatten abgeschnitten. Auch in anderen Ländern Europas gibt es erstaunliche Fasnachtsbräuche – fünf davon stellen wir euch vor.

Axams, Österreich

In dem Örtchen Axams bei Innsbruck in Tirol findet immer am Fasnachtsdonnerstag das Wampelerreiten statt. Dabei ziehen sich Einwohner übergroße weiße Hemden an und stopfen sie mit Stroh aus – das muss jucken! Dann ziehen sie gebückt durchs Dorf und müssen aufpassen, nicht von sogenannten Reitern auf den Rücken gelegt zu werden. Die versuchen zudem, die weißen Hemden der Wampeler zu beschmutzen. Der Wampeler, dessen Hemd am Abend noch am saubersten ist, gewinnt. Das Rollenspiel soll den Kampf zwischen Frühling und Winter darstellen. Hier und da gibt es auch mal eine blutige Nase – aber meistens geht’s friedlich zu.

Ashbourne, England

Die Engländer feiern keine Fasnacht. Aber in der Stadt Ashbourne wird schon seit dem 12. Jahrhundert stets am Fasnachtsdienstag eine kuriose Tradition gelebt: das Shrovetide-Fußballspiel (Shrovetide heißt Fasnachtszeit). Spielfeld ist der ganze Ort. Ziel ist, das gegnerische Tor mit dem Ball zu berühren. Diese "Tore" sind alte Mühlsteine und liegen fünf Kilometer (!) weit auseinander. Der Ball darf auch mit der Hand getragen, aber nicht im Auto transportiert werden. Das Spiel dauert manchmal zwei Tage, ein einziger Treffer beendet die Partie. Die Besonderheit: Jeder kann mitspielen, es machen meist mehrere Tausend Einwohner mit.

Basel, Schweiz

Dieser Brauch ist nichts für Langschläfer. Die Fasnacht in Basel beginnt erst am Montag nach Aschermittwoch, und zwar schon sehr früh. Die Basler Narren stehen nachts auf und versammeln sich in der Innenstadt zum "Morgestraich", also Morgenstreich: mit riesigen bunten Laternen in der Hand und auf dem Kopf, mit Masken vor dem Gesicht, mit einer Piccolo-Flöte – das ist eine kleine Querflöte – oder einer Trommel. Um Punkt vier Uhr geht’s los, dann ertönt ein Konzert, wie ihr es noch nie woanders erlebt habt. Und die ganze Stadt ist dunkel, bis auf die leuchtenden Laternen. Eine sagenhafte Stimmung.


Cadiz, Spanien

Der wohl bekannteste Karnevalsort in Spanien ist Cádiz. Die kleine Stadt im Süden des Landes ist vor allem für ihre Straßenfasnacht berühmt. Verschiedene Gesangs- und Tanzgruppen treten dabei auf, zum Beispiel die sogenannten Chirigotas. Sie stehen dann verteilt in der Stadt an Straßenecken, machen Musik und singen lustige Lieder. Und die Leute ziehen verkleidet durch die Gassen und tanzen fröhlich dazu.

Venedig, Italien

Nichts für schwache Nerven ist die Eröffnungsfeier des Karnevals in Venedig. Da wird die zuvor auserwählte Karnevalskönigin an einem Stahlseil vom 99 Meter hohen Glockenturm "Campanile" auf den Markusplatz herabgelassen. Sie schwebt dann hinunter wie ein Engel, deswegen heißt diese Zeremonie auch "Engelsflug". Auch sonst geht der Karneval in der italienischen Küstenstadt meist sehr elegant zu: Da gibt es Maskenbälle, Gondelparaden und Feuerwerke zu sehen – und vor allem total schicke und kunstvolle Kostüme und Masken.
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