Deutliche Siege, deutliche Analysen

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Di, 08. Oktober 2019

Kreisliga Hochrhein

FUSSBALL-KREISLIGA A:FC Wehr düpiert TuS Kleines Wiesental im Gipfeltreffen / SV Todtnau kassiert Abreibung in Schopfheim.

LÖRRACH. An Spannung mangelt es der Fußball-Kreisliga A nicht: Nur sechs Punkte trennen den Tabellenzweiten vom Rangneunten Platz. Einzig der FC Wehr hält die Konkurrenz mit drei Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger erst einmal auf Abstand.

Nach einem Auftaktremis und den darauffolgenden sechs Siegen in Serie hat Uwe Kraehling vom FC Wehr nach eigener Aussage "sehr gute Laune". Verständlich. Zumal sein Team beim 5:0-Heimsieg gegen den bis dato ärgsten Verfolger TuS Kleines Wiesental die Vorgaben des 55-Jährigen "super umgesetzt" habe, wenngleich der FCW-Coach den Gegner "stärker erwartet hätte". Kraehling ist mit der bisherigen Punkteausbeute sehr zufrieden, "wenn auch Kleinigkeiten weiter verbessert werden müssen". Eines weiß man beim Bezirksliga-Absteiger einzuschätzen: "Die Saison ist lang. Daher ist es wichtig, dass wir mit den Füßen auf dem Boden bleiben."

FCW-Coach Kraehling: "Breite unseres Kaders ist fantastisch"

Für den Trainer des TuS, Joachim Boos, geht die Niederlage gegen den Ligaprimus in Ordnung: "Wir haben in der Höhe verdient verloren – auch wenn der Start für uns etwas unglücklich verlief." Boos zielt auf den Führungstreffer der Gastgeber ab, deren erster Torschuss nach drei Minuten den Weg aus gut 25 Metern ins Tor fand. "Das hat uns natürlich in die Karten gespielt", sagt Uwe Kraehling, der ausführt:"Im Anschluss waren wir dominant und ballsicher. Der Schlüssel zum Sieg war heute aber die Arbeit gegen den Ball, denn der Gegner kam zu keinem einzigen Torschuss, sofern ich das gesehen habe."

Dennoch verpasste es Wehr, seine spielerische Überlegenheit vor der Pause in weitere Tore umzumünzen. Im zweiten Durchgang sorgten dann die eingewechselten Semih Kilic (zwei) und Francesco Vardi mit ihren Toren für die Entscheidung – für Kraehling ein Pfund seiner Mannschaft: "Die Breite unseres Kaders ist einfach fantastisch. Die Wechsel haben es uns hintenraus dann einfacher gemacht." Boos, dessen Mannschaft in den letzten beiden Spielen neun Gegentore hinnehmen musste, kann aus dem Spiel keine Punkte, dafür aber Erfahrung mitnehmen. "Wir haben zu viele Fehler gemacht und dann in der zweiten Halbzeit auch den Kopf hängen lassen. Aus diesen Spielen müssen wir lernen. Unser Blick geht jetzt nach vorne."

Das gilt auch für Todtnau, dessen Trainer nach dem samstäglichen 0:4 beim SV Schopfheim auch am Montagmorgen immer noch kurz angebunden war. Mit der Leistung seiner Elf in den ersten 25 Minuten war Frank Ullmann noch zufrieden, was ihn aber derart auf die Palme gebracht hat, dass seine Halbzeitansprache "etwas lauter und aggressiver als sonst" ausfiel, wollte er nicht konkretisieren. Für ihn ist im Nachhinein klar: "Das hat das Team eher gelähmt als gestärkt." Seine Mannschaft müsse lernen, dass "ein Spiel nach dem ersten Gegentor noch nicht vorbei ist", so Ullmann.

Für den SVS wiederum ging das Spiel nach dem 1:0 erst richtig los. "Dann war der Bann endlich gebrochen", so Trainer Daniel Schulz, für den sein Team über 90 Minuten klar überlegen war, "wir uns aber extrem schwergetan haben, die Torchancen auch zu verwerten". Seine Mannschaft habe sich "an die Vorgaben gehalten und eine kämpferische Leistung gezeigt", resümiert Schulz, der froh ist, dass sich der Heimspiel-Rhythmus nach fünf Auswärtsspielen langsam wieder einpendelt und es seinen Mannen nach drei Niederlagen in Folge gelungen ist, wieder ein Spiel für sich zu entscheiden. Sein Gegenüber wartet sehnsüchtig auf dieses Erfolgserlebnis, das "die Jungs unbedingt brauchen, um sich für ihre Arbeit unter der Woche im Training zu belohnen".

In der Ost-Staffel ließ die SG Mettingen/Krenkingen im achten Saisonspiel erstmals Punkte liegen. "Es war klar, dass es irgendwann passiert", sagte SG-Coach Georg Isele nach dem 3:3 beim FC Geißlingen. Dass der Primus jedoch dreimal eine Führung verspielte, dieser Aspekt missfiel Isele: "Wenn du dreimal führst, musst du tiefer stehen und das Ding über die Zeit bringen."