Vogtshaus

Feuer, Sturm und Corona prägen die vergangenen Monate in Steinens ältestem Gebäude

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 17. Juli 2020 um 13:39 Uhr

Steinen

Das Vogtshaus ist das älteste Gebäude Steinens. Der Förderverein, der sich um die Pflege kümmert, hat ereignisreiche Monate hinter sich. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie.

Das Vogtshaus ist das älteste erhalten gebliebene Gebäude (älteste Gebäudeteile von 1553) in Steinen und eingetragenes Kulturdenkmal im Denkmalbuch des Landes. Der fünfköpfige Vorstand des Fördervereins hat laut einer Mitteilung "arbeitsintensive und ereignisreiche" Monate hinter sich.

Schockiert war der Vorstand um den Vorsitzenden Jürgen Rohe am frühen Morgen des 21. Februar, als er von der Brandstiftung am Schopf des Vogtshauses erfuhr. Die Feuerwehr verhinderte zwar ein Übergreifen des Brands auf die Nachbarhäuser und das Vogtshaus selbst. Für den Verein bedeutete der Brand jedoch zusätzliche Arbeit. Die Schadensregulierung mit der Versicherung und der Neuaufbau des arg in Mitleidenschaft gezogenen Schopfs verlangten dem ehrenamtlichen Team einiges an Einsatz ab.

Entgegenkommen bei den Mieten

Die Corona-Krise erwischte den Verein dann inmitten der noch laufenden Arbeiten zur Wiederherstellung des Schopfs. Schnell erkannte der Verein, dass für die Miet- und Pachtverhältnisse im Vogtshaus ein solidarisches Entgegenkommen erarbeitet werden musste. Das erste OG ist an einen Betrieb im Prägewalzensektor vermietet, im Erdgeschoss ist die "Casa Ana Maria" untergebracht. Rasch beschloss der Vorstand ein zeitlich befristetes Entgegenkommen bei den Mieten der vom Lockdown gebeutelten Mieter. "Damit wurde dem Mieter und der Pächterin substanziell durch die anspruchsvolle Corona Zeit geholfen", schreibt der Verein in seiner Mitteilung.

Ein Sturmschaden an einem Sandsteinfenstersturz setzte den intensiven Monaten noch die Krone auf – dieser wurde zwischenzeitlich fachmännisch behoben. Anfang Juli konnte nach einem letzten Arbeitseinsatz des Vorstands der wiederaufgebaute Schopf in Betrieb genommen werden. Schlussendlich entstand ein Sachschaden im niedrigen fünfstelligen Bereich – die Brandstifter sind bislang nicht ermittelt worden.

Tag des Denkmals wurde abgesagt

Den Abschluss der Arbeiten am Schopf sieht man beim Verein als "wichtige Etappe" an. Schon in normalen Zeiten gebe es mit dem regulären Unterhalt und Reparaturarbeiten genug zu tun. Als Beispiele nennt der Verein Anfahrschäden an der Gebäudemauer oder auch Heizungsreparaturen sowie die regelmäßigen Kontrollen.

Bedauert haben Jürgen Rohe und sein Team die coronabedingte Absage des Tags des offenen Denkmals in den Sommerferien. An diesem bundesweiten Tag hat sich das Vogtshaus in den vergangenen Jahren regelmäßig mit Führungen beteiligt. Die Denkmalstiftung habe sich aufgrund der Pandemie entschlossen, den Tag ausnahmsweise über ein digitales Format zu begehen. Somit könne der Verein dem Bürger diesmal leider nicht Steinens ältestes Haus präsentieren. Für 2021 hat der Vereinsvorstand aber eine erneute Teilnahme in Aussicht gestellt.
Informationen zum Vogtshaus sind unter www.vogtshaus-steinen.de oder per E-Mail an info@vogtshaus-steinen.de verfügbar.