Gemeinderatsbeschluss

Feuerwehr-Großeinsätze im Kreis Lörrach werden künftig mit Zeller Leitwagen koordiniert

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Mi, 31. März 2021 um 16:02 Uhr

Zell im Wiesental

Der Landkreis Lörrach wird zwei neue Einsatzleitwagen beschaffen. Einer wird in Zell stationiert und bei größeren Katastrophenfällen Einsätze von Feuerwehren aus dem ganzen Kreis koordinieren.

Die Stadt Zell und der Landkreis machen in Sachen Feuerwehr gemeinsame Sache: Wie bereits im Verwaltungsausschuss des Kreistags diskutiert wurde, wird der Kreis zwei neue Einsatzleitwagen beschaffen. Einer davon wird in Zell stationiert und bei größeren Katastrophenfällen Einsätze von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis koordinieren. Im Normalfall nutzt die Zeller Feuerwehr den Wagen für eigene Zwecke. Und die Stadt spart dabei auch noch eine Menge Geld. Der Gemeinderat stimmte dem Plan einstimmig zu.

Ersatz für den Einsatzleitwagen würde 160.000 Euro kosten

Der alte Einsatzleitwagen ist in die Jahre gekommen, "er ist bald 20 Jahre alt", erklärte Zells Gesamtwehrkommandant Thomas Roth in der Gemeinderatssitzung. Der Mercedes, Baujahr 2003, hat seine Zeit hinter sich, laut Feuerwehrbedarfsplan müsste er spätestens 2023 ersetzt werden – die Anschaffungskosten für einen Ersatz lägen bei rund 160.000 Euro. Bereits 2019 hatte der Gemeinderat die Anschaffung diskutiert – doch nun kommt es anders, und zwar im positiven Sinne. Denn durch eine Kooperation mit dem Landkreis wird die Stadt diese Summe nicht bezahlen müssen, sondern ziemlich viel Geld sparen können. Der Landkreis stellt zurzeit die Struktur der Einsatzleitung für größere Einsatzlagen neu auf.

Der aktuelle Lörracher Einsatzleitwagen ist 30 Jahre alt

Einerseits sollen in diesem Zug alte Fahrzeuge ersetzt werden, andererseits, so erklärte Kreisbrandmeister Christoph Glaisner am Montag, "gab es auch bei der Einsatzführung viele neue Entwicklungen". Der rund 30 Jahre alte Lkw mit Kasten-Aufbau, der vom Kreis für Großeinsätze als Einsatzleitwagen vorgehalten wird, "kann nicht mehr mithalten", so Glaisner. Deshalb wird das Fahrzeug ausgemustert und die Technik neu aufgestellt: mobiler, schneller und vor allem dezentral. Im Klartext heißt das, dass einerseits ein mobiles, auf einem Lkw montiertes Containersystem beschafft wird, mit dem im Ernstfall ein Lagezentrum errichtet werden kann. Es wird in Lörrach stationiert. Andererseits werden zwei neue Kastenwagen als Einsatzleitwagen angeschafft, die sich im Katastrophenfall gegenseitig ergänzen und – im Notfall – ersetzen können. Einer davon wird ebenfalls in Lörrach geparkt, einer davon soll an einem weiteren Standort im Kreis eingesetzt werden. Die Zeller Feuerwehr hat sich für diese Lösung beworben und den Zuschlag bekommen.

Modernste Technik für Katastropheneinsätze

In der Praxis wird die Zeller Feuerwehr ihn im ganz normalen Einsatz als Leitwagen nutzen. Damit wird der alte Mercedes der Zeller Feuerwehr durch einen größeren, modernen und mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten MAN-Kastenwagen ersetzt. Der Wagen ist technisch so ausgerüstet, dass er im Fall von größeren Katastrophen – Großbrände, Hochwasser, Stürme – in der kreisweiten und auch landkreisübergreifenden Einsatzleitung eingesetzt werden kann. Das heißt, das Fahrzeug beherbergt zum Beispiel Schnittstellen für verschiedene Handynetze, um stabile Leitungen zu garantieren. Falls der Wagen dann vom Landkreis benötigt wird, ist die Mannschaft der Feuerwehr Zell im Umgang mit der Technik schon eingespielt und kann ihren Teil beitragen, so Glaisner.

Stadt muss nur rund 95.000 Euro beisteuern

Den allergrößten Vorteil sahen die Stadträte am Montag aber ganz klar darin, dass der Landkreis einen großen Teil der Kosten übernimmt. Unter anderem spart sich die Stadt die Ausschreibungskosten. Statt rund 160.000 Euro werden so nur rund 95.000 Euro auf die Zeller Kasse zukommen. "Und der Kreis", so beteuerte Uwe Häubner vom Katastrophenschutz des Landkreises, der dem Gemeinderat die Ausschreibung vorstellte, auf eine Anfrage von Riedichens Ortsvorsteher Kai Berger, "beteiligt sich auch an den Unterhaltskosten". Das sei eine "Win-Situation für die Kommune", so Häubner. Das sah das Gremium genauso und votierte ohne Gegenstimme für die Stationierungsvereinbarung mit dem Landkreis. Das Fahrzeug soll, so Christoph Glaisner, "wenn alles glatt geht", zum Jahresende 2022 in Zell auf den Hof der Feuerwehr rollen.