Finanzierungsgespräche kommen in Gang

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 14. Februar 2020

Emmendingen

Ein Fachgutachten soll jetzt Wege aufzeigen, wie das Deutsche Tagebucharchiv an eine dauerhafte Förderung gelangen kann.

EMMENDINGEN (BZ). "Das Deutsche Tagebucharchiv leistet hervorragende Arbeit und ist von bundesweiter Bedeutung. Deshalb muss jetzt endlich eine dauerhafte Finanzierung von Personal- und Sachmitteln realisiert werden", forderte SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner bei einem Besuch im Deutschen Tagebucharchiv (DTA). Hintergrund ist die immer noch nicht gesicherte Finanzierung der bundesweit einmaligen Einrichtung.

Derzeit verfügt das DTA über 15 000 Tagebücher, 3300 Erinnerungen und rund 3000 Briefsammlungen mit 190 000 Einzelbriefen. Im DTA arbeiten derzeit neben dem ehrenamtlichen Vorstand zwei von den Mitgliedern finanzierte Mitarbeiter. Rund 30 Freiwillige leisten regelmäßig archivische Arbeit im DTA. Die Vorstandsvorsitzende Marlene Kayen und der Geschäftsstellenleiter Gerhard Seitz erläuterten Johannes Fechner bei seinem Besuch im Alten Rathaus die derzeitige finanzielle Lage und die notwendigen Perspektiven zur Zukunftssicherung des Archivs, das vor kurzem sein 20-jähriges Bestehen feierte.

Kultureinrichtungen dürfen vom Bund aufgrund der verfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung nur bei nationaler Bedeutung gefördert werden, heißt es in der Pressemitteilung des Emmendinger Abgeordneten. Johannes Fechner hat beim Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, um klären zu lassen, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit der Bund das DTA fördern kann. "Das Deutsche Tagebucharchiv hat deutschlandweit Bedeutung, seine Sammlung ist konstitutiv für das nationale Gedächtnis und es leistet exzellente Arbeit für die Nutzung durch die wissenschaftliche Forschung", begründet Fechner seinen Vorstoß. Derzeit finanziert sich das DTA aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren, Serviceleistungen und Projektförderungen. Die Stadt Emmendingen unterstützt das DTA durch mietfreie Überlassung der Archivräume und einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro.

Aktuell wird vom baden-württembergischen Landesarchiv ein weiteres archivisches Fachgutachten erstellt, auf dessen Basis bis Sommer der Zuschussbedarf für Personal und Sachmittel ermittelt werden soll. Dies soll dann wiederum Grundlage für weitere Förderungsanträge, insbesondere beim Land sein, so Marlene Kayen. Die Emmendinger SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle hat Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer bereits angeschrieben und um Unterstützung gebeten.