Gesicht der Woche

Florian Müller ist die neue Nummer eins des SC Freiburg

David Weigend

Von David Weigend

Di, 22. September 2020 um 15:30 Uhr

SC Freiburg

42 Erstliga-Partien hat Florian Müller für Mainz 05 bestritten. Jetzt ist er die neue Nummer eins im Tor des SC Freiburg.Dort ersetzt er Mark Flekken, der rund sieben Monate ausfällt.

Die Geschichte von Florian Müller im Badischen beginnt traurig. Am vergangenen Sonntag trat der SC Freiburg im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim an. Im Tor sollte, daran bestand bis kurz vor Anpfiff kein Zweifel, Mark Flekken stehen. Der 27-jährige Niederländer hatte sich in der Vorsaison als Ersatzmann für den abgewanderten Alexander Schwolow bewährt und freute sich darauf, Nummer eins beim SC zu werden. Doch beim Aufwärmen im Mannheimer Stadion kam Flekken so unglücklich auf dem Boden auf, dass er sich den Ellbogen auskugelte. Bänder wurden abgerissen und Sehnen verletzt, Flekken wurde operiert und fällt etwa sieben Monate aus.

Zwar steht mit Benjamin Uphoff ein solider Back-Up im Freiburger Kader. Doch der soll behutsam an die neue Rolle herangeführt werden. Also schauten sich Klemens Hartenbach und Jochen Saier, die für Neuverpflichtungen zuständig sind, nach einer Alternative um. Fündig wurden sie beim Konkurrenten Mainz 05. Bereits am Dienstag, nur knapp 48 Stunden nach Flekkens Unfall, verkündete der SC die Leihe des 22-jährigen Florian Müller.

"Manchmal geht es im Fußball ganz schnell und ich hatte trotz der Kürze der Zeit gleich das Gefühl, dass ein Jahr Freiburg eine gute Idee ist", sagte der neue SC-Keeper am Dienstag. Für ihn spricht die Erfahrung von 42 Erstliga-Partien, außerdem bestritt er für die U19 bis U21-Auswahlen des Deutschen Fußball-Bundes elf Länderspiele. Obwohl Müller besonders in den vergangenen zehn Partien der Rheinhessen einen sicheren Eindruck hinterlassen hatte, entschied sich der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer für Robin Zentner als Nummer eins. Für Müller keine befriedigende Perspektive, was den Freiburgern zugutekam.

Der gebürtige Saarländer verließ mit 15 Jahren das Elternhaus und wechselte in das Nachwuchsleistungszentrum vom FSV Mainz. Die Torwartschule der Nullfünfer genießt einen guten Ruf. Auch Robin Zentner sowie 05-Ersatzkeeper Finn Dahmen wurden dort ausgebildet. "Das Niveau im Training dort ist immer sehr hoch", sagte Müller 2019.

SC-Coach Christian Streich hofft nun, dass sein Kader von der Ausbildung Müllers profitieren wird. Ob er Müller zum Start einsetzt, ließ Streich vor der Partie gegen den VfB am Samstag offen. Fest steht, dass Florian Müller nur kurze Zeit brauchen darf, um sich im Freiburger System zurechtzufinden.