Studie

Forscher zeigen Wege gegen den Klimawandel

dpa

Von dpa

Mo, 20. Januar 2020 um 18:45 Uhr

Panorama

Echte gesellschaftliche Trendwenden könnten nach Forscherangaben dabei helfen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 einzuhalten.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern nennt dafür sechs verschiedene Bereiche: Energieerzeugung, Städte, Finanzwelt, gesellschaftliche Normen, Bildung und Verbraucherinformation. Die Gruppe unter Führung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hat verschiedene Expertenvorschläge analysiert und präsentiert mögliche gesellschaftliche Trendwenden und Wege zu ihnen. Die Studie ist in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften erschienen.

Umlenken von staatlichem Geld wäre eine Lösung

Viel helfen würde demnach ein Umlenken von staatlichem Geld. 2015 waren die Subventionen für Kohle, Erdöl und Erdgas laut Studie noch mehr als doppelt so hoch wie die Subventionen für erneuerbare Energien. Wenn Investoren in der Wirtschaft befürchten müssten, dass sich ihr Engagement bei fossilen Brennstoffen nicht rentiert, könnten sie ihre Gelder abziehen. "Simulationen zeigen, dass nur neun Prozent der Investoren das System kippen könnten, was andere Investoren dazu veranlasst, dem zu folgen", schreiben die Forscher.

Andreas Ernst, Professor für Umweltsystemanalyse an der Universität Kassel, lobt die Studie. Mit Geschick an der richtigen Stelle platzierte Maßnahmen könnten umfassende Erfolge bei der Bewältigung der Klimaerwärmung haben. Maria Daskalakis vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Kassel gibt hingegen zu bedenken, dass es eines fachübergreifenden Ansatzes bedürfe, um der Komplexität der Themenstellung gerecht zu werden. "Die Idee, es gäbe einige wenige soziale Kippelemente, mit denen das Ruder herumgerissen werden könnte, scheint mir hier nicht zielführend."