"Wetten, das war’s..?"

Frank Elstner hat ein neues Youtube-Format

Peter Disch

Von Peter Disch

Fr, 26. April 2019 um 08:30 Uhr

Computer & Medien

Deutschlands wohl bekanntester TV-Moderator Frank Elstner hat jetzt eine Sendung auf Youtube. In der ersten Folge ist Jan Böhmermann zu Gast.

Frank Elstner hat das Unangenehme mit dem Nützlichen verbunden. Machte in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Gespräch mit der Zeit öffentlich, dass er an Parkinson erkrankt ist. Damit hat er nun Ruhe vor den Boulevardjournalisten. Die schauen dem 77-Jährigen schon länger auf die Finger. Zuletzt war das im März bei einem Musical in Stuttgart der Fall, als Elstner mit zitternden Händen auf dem roten Teppich stand.

Außerdem lenkte die Nachricht der Erkrankung die Aufmerksamkeit auf seine neue Talkshow "Wetten, das war’s..?", die am Mittwoch Premiere hatte. Ein cleverer Titel. Er macht klar, dass Elstners Zeit vor der Kamera wegen seines Parkinsons endlich ist. Verweist aber auch auf seine fernsehhistorische Tat – die Erfindung von Europas erfolgreichster Fernshow.

Treffen der Generationen

Anders als "Wetten dass..?", von 1981 bis 2014 im ZDF daheim, parliert Elstner nun auf Youtube. Gast der ersten Folge ist Jan Böhmermann – auch das wohl eine Entscheidung im Sinne des finalen Charakters des Formats. Keine Stabübergabe. Aber ein Treffen der Generationen, die im Kern dasselbe machen, aber auf ganz andere Art und Weise: Mehr oder minder interessanten Menschen mehr oder minder interessante Dinge entlocken.

Wie immer geht der liebe Herr Elstner nicht dahin, wo es dem Gegenüber wehtun könnte. Aber diese harmoniebedürftige Heimeligkeit unterstützt Böhmermann dabei, den Satiriker in der Garderobe zu lassen. Stattdessen erklärt er seine Philosophie und warum Vieles, was Vorgänger wie Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt zu Stars machte, in der Internet-Ära nicht mehr geht.



Nach 50 Minuten Werkstattbericht gibt es nur Gewinner. Das Publikum erfährt eine Menge. Böhmermann zeigt sich von seiner reflektierten Seite. Und Elstner gibt die wohltuende Alternative zu Krawall-und Personality-Talkern. Ob er zukünftigen Gästen auch so viel Interessantes wird abschmusen können wie Böhmermann, muss sich zeigen.