Geschichte

Als mitten im Krieg in Freiburg eine Kunsthalle gebaut wurde

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Fr, 22. Dezember 2017

Freiburg

BZ-Plus „Im Laboratorium der Moderne: Adolf Hölzel und sein Kreis“ heißt eine Ausstellung bis März 2018 im Augustinermuseum Freiburg. Es ist nicht die erste Schau mit Werken von Hölzel und seinen Schülern in Freiburg: Im September 1916 wurden die als revolutionär geltenden Werke der Gruppe in der neu errichteten Halle des Kunstvereins gezeigt. Einige sind nun, 101 Jahre später, wieder hier zu sehen.

Von heute aus betrachtet kann man sich kaum vorstellen, wie mitten im Ersten Weltkrieg in Freiburg Zeit, Muße und Geld aufgebracht wurden, eine moderne, das Stadtbild prägende Ausstellungshalle für moderne Kunst zu errichten, und das innerhalb von weit weniger als zwei Jahren. Eröffnet wurde der Kuppelbau auf dem Friedrichring just dort, wo bis März 2016 das Siegesdenkmal stand, am 15. Dezember 1915. Der Zeitpunkt für den Bau erstaunt, weil Freiburg zwischen 1914 und 1918 mit am schlimmsten von Fliegerangriffen betroffen war. "Im Verlaufe des Krieges sollten auf keine Stadt im Deutschen Reich mehr Angriffe geflogen werden", schrieb der Historiker Dargleff Jahnke im Juli 2014 anlässlich des 100. Jahrestages des Kriegsausbruchs.

Die ersten Bomben auf Freiburg, die Todesopfer zur Folge hatten, wurden im Dezember 1914 abgeworfen. Die schwersten Luftangriffe fielen jeweils im April der Jahre 1915 und 1917; so starben zum Beispiel am 15. April 1915 neun Menschen, darunter acht Kinder und Jugendliche, im Stadtteil Stühlinger. "Die Bombardierung Freiburgs", schreibt Jahnke, "ging bis zum Frühjahr 1918 ununterbrochen weiter".

Die Gründe: Freiburg war die deutsche Großstadt, ...

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