Stadtgeschichte

Auch in Freiburg wurden von den Nazis Bücher verbrannt

Heiko Wegmann

Von Heiko Wegmann

Di, 13. August 2013 um 08:18 Uhr

Freiburg

Angeblich soll es in Freiburg keine nationalsozialistische Bücherverbrennung gegeben haben. Doch neue Forschungen zeigen den besonders ausgeprägten Willen, unbedingt Bücher zu verbrennen.

Die Ansicht, in Freiburg habe keine nationalsozialistische Bücherverbrennung stattgefunden, ist weit verbreitet. Dies schrieb etwa der renommierte Professor Geoffrey J. Giles, der sich intensiv mit der NS-Studentenschaft befasst hat, in einem Beitrag zur Freiburger Universitätsgeschichte.

Während manche dies auf vergleichsweise harmlosere Verhältnisse in Freiburg zurückführen mögen, betonte Giles, dass auch das "Nichtzustandekommen" kein Ruhmesblatt sei, denn es bleibe der in der Presse veröffentlichte flammende Aufruf des Studentenführers dazu. Zuletzt schrieb Jürgen Verdofsky in einem Beitrag für die Badische Zeitung vom 8. Mai 2013 "Erich Kästner schaute hin", insgesamt hätten in mehr als 50 deutschen Städten Scheiterhaufen gebrannt, nur die für den 17. Mai in Freiburg geplante Verbrennung sei wegen starken Regens ausgefallen.

Wegen schlechten Wetters ausgefallen?
80 Jahre nach diesem Akt der Unkultur bedarf diese Frage einer weiteren Klärung. Glaubt man den zeitgenössischen Quellen, fiel die Inszenierung der Bücherverbrennung zwar mehrfach wegen schlechten Wetters aus. Letztendlich wurden aber sogar zweimal Bücher im öffentlichen Raum verbrannt – einmal auf dem damaligen Exerzierplatz, und zwar ohne großes Publikum. Und ein zweites Mal bei einer Großveranstaltung im Universitätsstadion an der Dreisam, da aber eher am Rande. Vor allem aber wurden unter aller Augen die Bibliotheken im völkischen ...

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