Freiburg

Bombendrohung gegen Rathaus und Flüchtlingsheime – Staatsschutz ermittelt

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 27. Juni 2019 um 14:22 Uhr

Freiburg

Im Freiburger Rathaus ist eine Bombendrohung eingegangen, die sich nach BZ-Informationen gegen Stadtverwaltung und Flüchtlingsheime richtet. Die Verantwortlichen bleiben gelassen, die Polizei prüft Parallelen.

"Wir können bestätigen, dass am Donnerstagmorgen eine Bombendrohung eingegangen ist", sagt Polizeisprecher Walter Roth. Diese habe sich gegen das Rathaus gerichtet.

Da am Mittwoch in mehreren anderen Städten ebenfalls Drohungen gegen die dortigen Rathäuser aufgetaucht waren, schätzte die Polizei den Freiburger Fall ähnlich ein. In Erfurt, Pforzheim, Zwickau und Düsseldorf gab es Drohungen, teilweise wurden Gebäude evakuiert, gefunden wurde nichts. Daher sei man davon ausgegangen, dass in Freiburg keine reale Gefahr bestanden habe, so Roth. Geräumt wurde das Freiburger Rathaus nicht. "Wir müssen das aber dennoch ernst nehmen", sagt er.

Rechtsextremistischer Hintergrund?

Am Vormittag behielten zwei berittene Polizisten und eine Streife den Eingang des Innenstadtrathauses im Blick. Ein Ermittlungsverfahren wegen öffentlicher Androhung von Straftaten sei eingeleitet, der Staatsschutz habe es übernommen.

Zu den weiteren Hintergründen will Roth aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. Auch nicht zu möglichen Motiven.

Nach BZ-Informationen richtete sich das Drohschreiben nicht nur gegen das Rathaus, sondern ebenfalls gegen Flüchtlingsheime. Das würde einen rechtsextremistischen Hintergrund nahelegen, was dem Fall auch hinsichtlich der Diskussionen nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke mutmaßlich durch den Rechtsextremisten Stephan E. nochmals Brisanz verleihen würde. Roth wollte weder zu einem möglichen rechtsextremistischen Hintergrund etwas sagen, noch die Drohung gegen Flüchtlingsheime bestätigen und verwies auf die laufenden Ermittlungen.