Der Organisator der Nächstenliebe

Gerhard M. Kirk

Von Gerhard M. Kirk

Mi, 01. Oktober 2008

Freiburg

Lorenz Werthmann verbindet viel mit dem ungeliebten Freiburg

Der 1 Oktober ist für die Caritas in Freiburg ein besonderer Tag. Genau vor 150 Jahren nämlich wurde im weit entfernten Dörfchen Geisenheim im Rheingau ein Bub namens Lorenz Werthmann geboren, der 39 Jahre später mit dem "Charitasverband für das katholische Deutschland" jenen Keim legte, aus dem schließlich Freiburg als "Hauptstadt der Caritas" hervorwuchs.

Eigentlich wollte der 28-Jährige, als er 1886 nach Freiburg kam, höchstens ein Jahr lang hier bleiben. Der Rheingauer, den viele als "Preuße" und als "Fremden" erlebten, tat sich seinerseits schwer mit der alemannischen Art und noch mehr mit dem Dialekt. Dennoch wurde er bald im Freiburger Vereinsleben aktiv, war 1888 Mitglied im "Arbeiterwohl" und im 1848 gegründeten Vinzenzverein. Dieses Interesse an benachteiligten Menschen hatte Lorenz Werthmann aus Frankfurt mitgebracht, wo er 1885 nach seiner Rückkehr aus Rom in der Großstadtseelsorge gearbeitet hatte (siehe "Infobox").

Bis ihn der neue Limburger Johann Christian Roos zu seinem Sekretär ernannte. Und den nahm er auch mit nach Freiburg, wo Roos ein Jahr später, 1886, als neuer Erzbischof inthronisiert wurde. Hier erwarb sich Lorenz Werthmann bald den Ruf eines Mannes mit lebhaftem Temperament, galt gar als "Draufgänger", als mitreißend, aber auch als impulsiv. Und nicht ohne Grund nannte der Volksmund den neuen Hofkaplan in seiner schwarzen Soutane den "kleinen schwarzen Erzbischof". Als der Erzbischof im Oktober 1896 starb, hofften jedenfalls viele, damit sei auch Lorenz Werthmanns Freiburger Zeit zu Ende.

Doch weit gefehlt. Er mischte sich nicht nur in die Diskussion um die Nachfolge ...

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