Kinderporno-Skandal

Smartphones und Schüler: Was Eltern und Lehrer wissen sollten

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 15. Dezember 2018 um 16:53 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Nachdem unter Freiburger Schülern Kinderpornos kursierten, sind viele Eltern und Lehrer geschockt. Was kann man tun? Der Freiburger Lehrer und Digitalexperte Dejan Mihajlovic gibt Antworten.

An mehreren Freiburger Schulen kursierten in den vergangenen Wochen Videos mit kinderpornografischem Inhalt. Die Polizei ermittelt gegen sieben Schüler aus den Klassen fünf bis zehn. Der Fall sorgt für Verunsicherung bei Eltern und Lehrern, aber auch für Diskussionen um mögliche Konsequenzen. Was kann man tun? Darüber hat sich Joachim Röderer mit Dejan Mihajlovic unterhalten. Der 42-Jährige ist Lehrer an der Pestalozzischule in Haslach und anerkannter Experte für Digitalisierung.

BZ: Herr Mihajlovic, sollten Eltern regelmäßig die Smartphones ihrer Kinder kontrollieren?
Mihajlovic: Es kommt darauf an, was man unter Kontrolle versteht. "Ich schau mir jetzt dein Handy an, zeig mir alle deine Nachrichten" – das kann es nicht sein. Es geht eher darum, gemeinsam einen Umgang mit dem Gerät zu lernen und zu wissen, auf was man achten muss. Dazu gehört auch Vertrauen. Natürlich kommt es immer darauf an, wie alt das Kind ist. Da gibt es schon Unterschiede.



BZ: Das Problem beim aktuellen Freiburger Fall ist ja, dass nicht nur Pornografie verbreitet wurde, sondern offenbar strafrechtlich relevantes Material. Wie sehr hat Sie das als Vater und Lehrer geschockt?
Mihajlovic: Wenn so krasse Fälle passieren, gibt es immer einen Aufschrei und die Leute fordern, jetzt muss gehandelt werden. Das hat man jetzt auch die vergangenen Tagen bei den Diskussionen im Netz erlebt. Man sucht dann immer sofort die Verantwortlichen, die Schuldigen. Eigentlich hätte diese Debatte aber schon vor Jahren geführt werden müssen. Die Frage ist: Wie bringt man Schülern bei, dass sie mit dem Gerät souverän umgehen? Was die pornografische Geschichte angeht: Wenn man jungen ...

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