Freiburg

Fall Maria H.: Anklage wegen Missbrauchs in 105 Fällen erhoben

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Mi, 27. Februar 2019 um 14:17 Uhr

Freiburg

Der Fall Maria H. kommt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat nun, nach Überarbeitung der Anklageschrift, bei Gericht Klage im Fall der fünf Jahre vermissten Maria H. eingereicht.

Vorgeworfen wird dem 58 Jahre alten, nicht mit dem Opfer verwandten Bernhard H. "die schwere Entziehung einer Minderjährigen, sexueller Missbrauch von Kindern in drei Fällen, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in 105 Fällen, davon in 98 Fällen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen"; bei sämtlichen Tatvorwürfen geht es um das Opfer Maria H. Dies gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt.

Bernhard H. aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen hatte 2013 die damals 13 Jahre alte Freiburger Schülerin übers Internet kontaktiert und war fünf Jahre mit ihr untergetaucht. Offenbar hielten sich der Mann und das 40 Jahre jüngere Mädchen in verschiedenen Ländern Europas auf. Erst im August 2018 meldete sich die inzwischen Volljährige von Mailand aus bei ihrer Familie und kehrte nach Freiburg zurück. Wenige Tage später, Anfang September, wurde Bernhard H. dann auf Sizilien von der italienischen Polizei festgenommen und bald darauf nach Deutschland ausgeliefert. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das zuständige Landgericht Freiburg die Staatsanwaltschaft um eine Überarbeitung der Klageschrift und eine Konkretisierung der Tatvorwürfe, die sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken, gebeten habe. Zum Aussageverhalten von Tatverdächtigem und Opfer sowie Details der Anklageschrift wollte Ralph Langenbach, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch keine näheren Angaben machen.

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