Wettbewerb des Münsterbauvereins

Schüler bauen das Münster nach

Julia Espenlaub und Hendrik Johannemann

Von Julia Espenlaub & Hendrik Johannemann

Di, 19. März 2013

Freiburg

Weitere Klassen können sich anmelden

Das Freiburger Münster mal anders: filigran aus Papier und nicht aus massivem Sandstein wie wir es kennen. Daran bastelten am gestrigen Montag zwei achte Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums. Es war der Auftakt zum ersten Freiburger Münsterbauwettbewerb des Münsterbauvereins.

Mit einer Höhe von 1,80 Meter, einer Breite von 60 Zentimetern und einer Länge von 1,80 Meter mag das Münstermodell der Achtklässler im Vergleich zum Original zwar winzig erscheinen. Doch wie die Münsterbaumeister vor mehr als 800 Jahren stecken die Schülerinnen und Schüler viel Herzblut in ihre Konstruktion. "Dabei gehen wir arbeitsteilig vor", erklärt die 13-jährige Yasmin Augustat. Sie bastelt zusammen mit der gleichaltrigen Klassenkameradin Maria Pouleau den ganzen Vormittag am Baumaterial für den Nachbau. Mit den in Zeitungspapier eingewickelten Schaschlikspießen bauen ihre Mitstreiter nach und nach das gotische Kirchenschiff. "Das Schwierigste kommt aber noch – der Turm", meint der 13-jährige Nils Achenbach. Dessen Stabilität macht den Schülern am meisten zu schaffen. Den entscheidenden Tipp liefert Münsterbaumeisterin Yvonne Faller: "Baut doch einfach diagonale Stützen ein." Aber die Idee, den gotischen Skelettbau mit Papierstäbchen nachzuahmen, findet sie sehr intelligent. Genau dies sei das Ziel des Wettbewerbs: Kindern und Jugendlichen das Münster und seine Bauweise auf spielerische und doch fundierte Weise näherzubringen.

Florian Städtler von der Eventagentur "Spielplan Vier" hatte den Einfall zum Münsterbauwettbewerb. Zwölf Freiburger Klassen von unterschiedlichen Schulen haben je sechs Stunden Zeit, ihr ganz spezielles Münstermodell zu bauen. Unterstützt werden sie dabei von Baupaten: Freiburger Unternehmen stellen das Baumaterial und spenden jeweils 2000 Euro an den Münsterbauverein. Der Kreativität seien dabei keine Grenzen gesetzt. Florian Städtler könnte sich etwa ein Modell mit Lametta oder ein transparentes Münster vorstellen. "Am Ende des Projekts sollen zwölf Modelle stehen, die dann im Januar 2014 in der Sparkasse an der Kajo ausgestellt werden." Außerdem, so der Plan, wird mit Fotos der Konstruktionen ein Kalender erstellt.

Zu gewinnen gibt es auch etwas: Die schönsten drei Modelle werden mit 500, 300 beziehungsweise 100 Euro prämiert. Die Achtklässler des Deutsch-Französichen Gymnasiums rechnen sich Chancen aus. Doch es geht ihnen nicht nur ums Gewinnen. Die 13 Jahre alte Marie Frevert findet: "Wir hatten auch Spaß, etwas über das Münster zu erfahren und dessen Erhalt zu unterstützen."

Interessierte Klassen oder Baupaten können sich melden unter 0761/389474 oder info@spielplanvier.com.