Gastronomie

Freiburger Café Mocca Cabaña schließt nach knapp 18 Jahren

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Mo, 13. September 2021 um 16:34 Uhr

Freiburg

Nach anderthalb Jahren Pandemie und zwei harten Lockdowns fehlt ihm die Kraft zum Weitermachen: Albert Frick schließt sein Café Mocca Cabaña im Freiburger Stadtteil Wiehre nach 18 Jahren.

"Sie schließen? Das ist aber schade!", sagt die Kundin, die schnell einen Kaffee im Mocca Cabaña bestellen will, als Inhaber Albert Frick vom Aus erzählt. Die Szene spielt sich wenige Minuten später noch einmal so ähnlich ab mit einer anderen Kundin. Und auch schon in den Tagen und Wochen zuvor, so Frick, reagierte die Nachbarschaft und Stammkundinnen und -kunden betroffen, als sie vom Ende des kleinen Cafés an der Kirchstraße erfahren haben.

Doch Albert Frick will der Gastronomie nach knapp 18 Jahren den Rücken kehren. Anderthalb Jahre Pandemie und zwei Lockdowns haben diesen Entschluss befördert. "Nach dem langen Lockdown ab November 2020 habe ich gemerkt, dass mir die Kraft zur Wiedereröffnung gefehlt hat", sagt Frick. Kurz nachdem die Öffnungen im Frühjahr dieses Jahres wieder möglich sind, haben Frick und seine Frau beschlossen, das Mocca Cabaña nur noch in kleinem Umfang zu betreiben – um es bald endgültig zu schließen. Die Corona-Hilfen seien zwar ausgezahlt worden, und der Sommer 2020 sei finanziell sehr gut gelaufen, aber das auch nur durch verlängerte Öffnungszeiten und viel Mehraufwand.

Angst vor einer erneuten Schließung war da

Die Monate danach sei man mit To-Go-Betrieb mehr schlecht als recht über die Runden gekommen. Denn die Nachbarschaft sei keine To-Go-Gegend. "Die Gastronomie ist ein anstrengendes Gewerbe", sagt Albert Frick, "wenn man Routine hat, ist es okay. Fällt diese weg, dann wird es schwierig." Gerade das Bangen vor einer erneuten Schließung im Herbst will er sich nicht antun.

Und: Frick steht den Corona-Maßnahmen äußerst skeptisch gegenüber – und auch der Gefährlichkeit des Virus’ und der Impfung. Sein Café hat er ab Mai nur so betrieben, wie es möglich war, ohne die Kundinnen und Kunden nach einem Test-, Impf- oder Genesenennachweis zu fragen. "Ich kann keine Maßnahmen umsetzen, hinter denen ich nicht stehe", sagt er. Daher öffnete er nur den Außenbereich mit Selbstabholung an der Tür.

Von Freiburg geht’s nach Häusern

Nun packt der 61-Jährige seine Sachen und zieht mit seiner Frau und seinem Sohn aus Freiburg nach Häusern im Hochschwarzwald. Dort will er seinen selbstgemacht Ingwertrunk, den er im gleichen Ort abfüllen lässt, weiter verkaufen – unter anderem online. Das Getränk verkauft er schon seit 16 Jahren im Mocca Cabaña, auch jetzt kann man die Flaschen bei ihm noch kaufen, obwohl der reguläre Café-Betrieb schon eingestellt ist. Ein wenig wehmütig ist er schon, vor allem, wegen der vielen Abschiede von den Nachbarn, aber: "Ich habe nun auch anderthalb Jahre Zeit gehabt, mich mit dem Ende meines Cafés zu beschäftigen", sagt er.

Im kleinen Innenraum mit den erdigen Farbtönen und dem mediterranen Flair herrscht Chaos. Vor der Tür hat Frick einen Tisch aufgebaut, wo er die Inneneinrichtung nach und nach verkauft. Bambusstäbe von der Decke, Lampen, Deko-Stücke – Albert Frick versucht so viel wie möglich loszuwerden. Ende Oktober läuft der Pachtvertrag dann aus – und das Café wird zum Pizza-Restaurant.

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