Keine "Partyjugendlichen"

Fridays for Future Lörrach wehren sich gegen Vorwürfe

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 23. März 2020 um 06:02 Uhr

Lörrach

Die jungen Klimaschützer wollen nicht mit "Partyjugendlichen" gleichgesetzt werden. Sprecherin Ronja Hofmann verweist stattdessen auf die Nachbarschaftshilfe, die die Gruppe derzeit leiste.

Nachdem sich der Einzelhändler Dieter Hieber und auch andere öffentlich an die Fridays for Future-Generation gewandt und sie als Bewegung für die Partys einiger Jugendlicher verantwortlich gemacht haben, weisen die Klimaaktivisten diese "pauschalisierende Kritik" zurück.

Hieber hatte in einem Facebook-Post seiner Verärgerung Luft gemacht, ausdrücklich die Fridays for Future-Generation benannt und auch angekündigt, in den Hieber-Märkten werde keine Party-Ware mehr an Jugendgruppen verkauft. Das hatte auch überregional für Aufmerksamkeit gesorgt.

Sie seien sich der Verantwortung bewusst

Die Aktivisten von Fridays for Future wehren sich nun. Auch in der Coronakrise stehe die Bewegung hinter den Wissenschaftlern, die hier engagierten Jugendlichen verhielten sich entsprechend, heißt es in einer Stellungnahme an die Medien, die Ronja Hofmann vom Lörracher FfF-Organisationsteam unterzeichnet hat.

Sie würden ihrer Verantwortung nicht nur insofern gerecht, dass alle Veranstaltungen abgesagt wurden, sondern auch indem man sich an der Nachbarschaftshilfe beteilige.

Diese Hilfsaktion wurde von verschiedenen Jugendorganisationen in Lörrach ins Leben gerufen, um besonders gefährdete Personen zu schützen, indem die jungen Leute beispielsweise den Einkauf übernehmen. Die Jugendlichen wüssten, dass sie durch den Covid-19-Virus weniger gefährdet sind als ältere Personen, gleichzeitig sei man sich aber darüber im Klaren, dass Junge die Krankheit übertragen können und dass man sich deswegen ebenfalls bestmöglich isolieren müsse.

Nicht schuld an falschem Verhalten anderer Jugendlicher

Daran, dass es Jugendliche gibt, die sich in dieser Krise falsch verhalten, indem sie weiterhin Partys feiern, sei die Bewegung nicht Schuld, heißt es in der Stellungnahme weiter. Schließlich sei in diesem Fall jeder selbst verantwortlich und die Klimaaktivisten könnten nicht mehr tun, als den Appell der Bundesregierung zu unterstreichen und sich selbst richtig zu verhalten.

Natürlich hätte Fridays for Future Verständnis für alle, die sich Sorgen um ihre Gesundheit machen müssen, genauso für alle, die täglich Überstunden machen, um die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten.

Man schließe sich dem Dank der Kanzlerin an die Arbeitenden in den Gesundheitseinrichtungen und Lebensmittelläden an. Man bleibe zuversichtlich, "dass wir gemeinsam als Gesellschaft die Herausforderungen der Krise bewältigen können und hoffen, dass es nicht mehr zu undifferenzierten und falschen Schuldzuweisungen kommt, da diese kontraproduktiv sind", schreibt Ronja Hofmann.