Für attraktiveren ÖPNV und eine autofreie Stadt

Heidi Ast

Von Heidi Ast

Mo, 21. Oktober 2019

Offenburg

Das neu gegründete Ortenauer Klimabündnis macht durch eine erste Parkplatzbesetzung auf seine Forderungen aufmerksam.

OFFENBURG. Mit einer ersten Protestaktion hat sich das "Ortenauer Klimabündnis" am Samstag vorgestellt. Dem neuen Zusammenschluss gehören Fridays for Future, der Verkehrsclub Deutschland VCD, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, Junge Bau, BI Tiefengeothermie Neuried, Linke Liste Ortenau, Alarm, Verdi und die Linksjugend Solid Ortenau an.

An diesem Samstag trafen sich Aktivisten am Parkplatz zwischen Gerber- und Ritterstraße, um mit einer Besetzungsaktion die Forderungen nach einer Mobilitätswende deutlich zu machen. Wenn Protestmärsche nicht mehr ausreichen, sollen solche gewaltfreien Aktionen für Nachdruck sorgen, um den Weg für eine bessere Taktung des Nahverkehrs, günstige Monatstickets sowie den Ausbau von sicheren Fahrradwegen zu bereiten.

Ein Picknick auf dem Parkplatz wurde es angesichts der Wetterlage zwar nicht, doch zwischen 12 und 13.30 Uhr belegen die Bündnisvertreter rund zwei Drittel der Parkplätze am Rittermuseum mit Liege- und Campingstühlen sowie Fahrrädern und Absperrbändern – teils zum Verdruss von Parkplatz-Suchenden.

Yannick Hinzmann von den Offenburger Linken erklärt, dass man speziell das aktuell geplante Verkehrsleitsystem kontraproduktiv und für eine Stadt wie Offenburg "etwas überdimensioniert" finde. Anstatt Autofahren weiterhin zu erleichtern, die Stadt zuzuparken, sollten sich Politik und Verwaltung aus Sicht des Bündnisses um klimafreundliche Lösungen bemühen und eine autofreie Stadt zum Ziel erklären.

Frank Appelmann vom Ordnungsamt und ein Vertreter des Polizeireviers sind vor Ort und beteiligen sich engagiert an den Gesprächen mit den Demonstranten. Ansonsten kommen beide nicht zum Einsatz, Konflikte bleiben aus. So mancher Autofahrer ist zwar nicht begeistert von der Aktion, aber über ein verständnisloses Kopfschütteln gehen die Reaktionen nicht hinaus. Immer mehr Menschen sind offenbar für die Gefahren durch den Klimawandel sensibilisiert, und so erfährt die Aktion immer wieder auch Zustimmung. Von einem der Anwohner wird sogar applaudiert.