Fürsorge, die der Gast nicht sieht

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Di, 21. Juni 2022

Höchenschwand

Elke Tippmann ist Hausdame in einem Höchenschwander Hotel / Sauberkeit ist wichtig, die Sonderwünsche der Gäste auch.

. Wo Urlauber ihre Seele baumeln lassen, sorgt sie dezent für Ordnung: Elke Tippmann arbeitet als Hausdame im Hotel Alpenblick. Doch was macht eigentlich eine Hausdame? Alles in allem ist sie hier zuständig für ein Reinigungs- und Hygienemanagement, das den Gast unsichtbar auf Schritt und Tritt begleitet. Unterstützt wird sie dabei von ihrem sechsköpfigen Team.

Hausdame ist Elke Tippmann seit 2008, zunächst im Hotel Auerhahn. Neben der Kontrolle, ob es in den Zimmern und öffentlichen Bereichen sauber ist, neben der Dienstplangestaltung, der Gewährleistung eines optimalen Gästeservice, dem Bestellwesen, Inventuren von Reinigungsmitteln, Gästeartikeln und Gästewäsche und neben den Büroarbeiten sei der einfühlsame Umgang mit Gästen und Mitarbeitern wichtig, erzählt sie.

"Für mich ist der Beruf optimal. Er ist abwechslungsreich, ich bin gerne mit Menschen zusammen und organisiere gerne", sagt die 64-Jährige.

"Als Hausdame muss ich meine Augen überall haben. Ich möchte den Gästen eine angenehme Atmosphäre schaffen und prüfe täglich, ob in den beiden Häusern des Hotels alles so ist, wie es sein sollte", berichtet sie. Der Spaß an der Arbeit sei wichtig, ebenso der gute Draht zu den Abteilungen, mit denen es Schnittstellen gibt, etwa der Rezeption, sagt die gelernte Hotelfachfrau. Denn hier würden die Sonderwünsche der Gäste abgefragt und hier erhält sie die Information, etwa wenn ein Gast besondere Kissen verlangt oder etwas anderes. Und wenn etwas nicht funktioniert, die Glühbirne im Bad zum Beispiel, ist das Zusammenspiel von Hausdame und Technik wichtig. Reparaturen müssen in kürzester Zeit gemeldet und erledigt werden.

Manchmal muss sie sich wundern, was Gäste aus ihren Zimmern alles mitnehmen: Handtücher und Bademäntel verschwinden, auch Wolldecken, alles, was in den Koffer passt. Es komme auch vor, allerdings seltener, dass Gäste die Minibar so präparieren, dass sie für die konsumierten Getränke nicht bezahlen müssen. Eventuell seien Bierflaschen ausgetrunken und die Silberfolie wieder ordentlich über dem Deckel drapiert worden, Schnapsflaschen mit Wasser aufgefüllt und Ähnliches.

Auch, dass in den Zimmern etwas vergessen wird, komme vor, vor allem Ladekabel, Kleidung oder Badesachen. "Die Fundsachen behalten wir ein halbes Jahr, dann werden sie entsorgt. Melden sich die Gäste, schicken wir ihnen die Sachen aber gerne zu", erklärt sie.

"Bevor der neue Gast sein Zimmer betritt, schaue ich, ob dort alles gerade ausgerichtet ist, denn der erste Eindruck muss korrekt und freundlich sein", sagt Elke Tippmann. Die Gardinen müssen lückenlos von Wand zu Wand reichen, die Betten exakt gebaut sein, im Bad dürfen sich keine Haare oder Wasserspritzer finden, die Armaturen müssen glänzen. Hygiene sei wichtig, und so werden zur täglichen Reinigung für jedes Zimmer neue Putzlappen genommen. An Hand von Farben könnten diese auseinandergehalten werden.

Die Matratzen zu beziehen sei besonders kraftraubend – für die Zimmermädchen und -männer, aber auch für sie selbst, wenn sie prüft, ob das Bett korrekt gebaut wurde. Auch schaut sie, ob genügend Toilettenpapier da ist – davon werden in den 37 Zimmern wöchentlich etwa 100 Rollen gebraucht. Sie schaut auch, ob die Balkone sauber sind und ob Liegestühle und Sonnenschirme aufgebaut wurden.

Bevor der Gast schließlich sein Zimmer bezieht, informiert sie die Rezeption über das Ergebnis ihres Qualitätschecks und gibt das Zimmer frei. Denn sie weiß: Nur zufriedene Gäste kommen wieder. Und umso größer sei ihre Freude, wenn der Gast die Leistungen und die Qualität des Hauses positiv bewertet, sagt sie.