"Full house" unter Kastanien

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Mo, 19. August 2019

Steinen

Abschluss des Schillighofer Musik- und Theatersommers / Letztmals unter Regie von Rolf Asal.

STEINEN-WEITENAU (hjh). Er "isch umme", der "Schillighofer Musik- und Theatersommer". Am Freitag setzten die "Knaschtbrüeder" Jeannot und Christian Weißenberger vor erneut restlos ausverkauftem Haus den Schlusspunkt unter eine Veranstaltungsreihe, mit der das Team um Rolf und Gaby Asal auch heuer wieder ein paar Tausend Fans von Country Blues, Folk Rock, alemannischen Hits, volkstümlicher Blasmusik und spritzigem Bauerntheater unter die Kastanienbäume vor ihr mehr als 150 Jahre altes, denkmalgeschütztes Gasthaus im Weitenauer Weiler Schillighof lockte.

Aus und vorbei sind zumindest vorerst sensationelle Auftritte wie der der "Wise-Dietkron-Band" mit Mark Wise und Leadgitarrist Christian Dietkron, bei dem am 20. Juli hunderte Zuschauer bei tollem Wetter ausflippten, oder dem bayrischen Frühschoppen, bei dem der Musikverein Wieslet mit seinem Dirigenten Christian Strütt die Menschen auf Tische und Bänke trieb. Auch die vier fast immer ausverkauften Aufführungen der "Kulissebürzler", zu denen die Open-Air-Theaterfans schon Stunden vor Beginn zum Schillighof pilgerten, um gute Plätz zu ergattern, sind bereits Geschichte. Und nun auch die beiden Gastspiele der "Knaschtbrüeder", bei deren alemannischen Gesängen und herrlichen Wortspielereien die Zuschauer schon seit 2007 regelmäßig vergessen, im Regen zu sitzen, wenn der Wettergott mal nicht so mitspielt, wie sich das die Weißenbergers und das Asal-Team erhofften.

Alles vorbei. Es bleibt lediglich die Vorfreude aufs nächste Jahr, in dem auch die neuen Betreiber des urigen Gasthofs – Rolf und Gaby Asal werden im Herbst dieses Jahres an Tochter und Schwiegersohn übergeben – an den fast schon überlieferten Traditionen der Schillighofer Musik- und Theatersommer festhalten werden.

"Es ist mal wieder prima gelaufen", fasste Rolf Asal den wohl letzten Sommer unter seiner Regie zusammen. Auch Mark Wise und Co. hätten "voll eingeschlagen" bei ihrem ersten Beitrag zu den Sommer-Events. "Die kommen auch im nächsten Jahr ganz sicher wieder", kündigte Asal an, der die Wirtschaft von seinen Eltern 1999 übernommen hatte und schon damals keine Zweifel daran aufkommen ließ, dass der Spaß mit den Kulissebürzlern fortgesetzt würde, den seine Eltern zusammen mit der damals fürs Theater zuständigen Franziska Basler in die Gänge gebracht hatten. "Die Franziska war Stammgast bei uns und fand die Gasthaus-Fassade prima geeignet als Kulisse für ihr Mundart-Spektakel. Und das fanden auch meine Eltern", erinnerte sich Rolf Asal an den Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die nun schon seit 1981 besteht und immer für "full house" unter den Kastanien sorgte, auch wenn hie und da Regen den Erfolg zu schmälern versuchte – Wie in diesem Jahr bei der dritten von vier geplanten Aufführungen. Aber auch da gab’s für Publikum und Akteure kein Pardon. "Die spielten auch für die wenigen Zuschauer, die dem Wetter trotzten. Und sie wurden dafür belohnt vom Run auf die Plätze einen Tag danach, als uns die Zuschauer schier überrannten", sagte Rolf Asal, der in all den Jahren auf die Hilfe eines eingespielten Teams zählen durfte, das mit einem Ausflug und dem anschließenden Helferfest dafür regelmäßig entschädigt wird. Der Schillighof-Wirt betonte, dass es ohne ehrenamtliche Hilfe und ohne den Einsatz der Feuerwehr, die das Parken auf den Matten rund um den Schillighof organisiert und überwacht, nicht möglich wäre, solche Veranstaltungen erfolgreich organisieren zu können.